Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
11.12.2016

Detlev Ganten erhält Ehrendoktorwürde der Charité

Die Charité hat ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Detlev Ganten die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit werden Gantens Verdienste für die Charité und den Wissenschaftsstandort Berlin gewürdigt.
Hat viel für Berlin und die Charité getan: Dafür bekam Detlev Ganten am 9. Dezember den Ehrendoktortitel verliehen

Hat viel für Berlin und die Charité getan: Dafür bekam Detlev Ganten am 9. Dezember den Ehrendoktortitel verliehen

Der Bluthochdruckforscher und Pharmakologe Prof. Detlev Ganten hat schon viele Auszeichnungen erhalten, etwa das Bundesverdienstkreuz im Jahr 2000 oder den Rang eines Offiziers in der französische Légion d’Honneur im Jahr 2012. Am Freitag kam nun die Ehrenpromotion der Charité hinzu. Der Doktor honoris causa wurde dem 75-jährigen im Rahmen eines feierlichen Festakts für seine Verdienste für die Charité und den Wissenschaftsstandort Berlin verliehen. Charité-Vorstand Prof. Karl Max Einhäupl erklärte, Detlev Ganten habe die Entwicklung des Universitätsklinikums zu einer international beachteten Wissenschaftsinstitution in der Biomedizin maßgeblich mitgeprägt.

Drei Berliner Universitätsklinika zur Charité fusioniert

Gantens Berlin-Zeit beginnt, als er 1991 zum Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrum (MDC) am Campus Buch berufen wird. Zwei Jahre später übernimmt er außerdem den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie an der Charité. In dieser Doppelfunktion legt er den Grundstein für die enge Zusammenarbeit beider Institutionen. 2004 wird er Vorstandsvorsitzender der Charité. Nach der Fusion der drei Universitätsklinika wird der damals 67-jährige im Jahr 2008 von Karl-Max Einhäupl abgelöst. Dem Namen Charité bleibt er aber treu: Ganten ist von 2005 bis 2015 Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité, seither ist er dessen Ehrenvorsitzender. Darüber hinaus knüpft er mit dem 2009 von ihm gegründeten World Health Summit ein globales Netzwerk für Gesundheitsfragen. Seither versammeln sich jedes Jahr in Berlin gesundheitspolitische Entscheidungsträger aus der ganzen Welt. Der Weltgesundheitsgipfel verhelfe der Charité zu weiterem internationalen Ansehen, betonte Einhäupl bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde.

 

Evolution ist sein Steckenpferd

Auf dem wissenschaftliche Parkett hat sich Detlev Ganten vor allem mit der Erforschung der Ursachen des Bluthochdrucks und der molekularen Genetik von Herz-Kreislauferkrankungen einen Namen gemacht. Zunächst am Universitätsklinikum Heidelberg, wo er ab 1975 eine Professur für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie innehatte, später dann in Berlin.

Mit seinen Büchern zur Evolution der menschlichen Biologie erreicht Ganten aber auch breite Bevölkerungsgruppen. Stets mit einer Briese Philosophie gewürzt kann er populärwissenschaftlich vermitteln, warum der Mensch an Zivilisationskrankheiten leidet und wie er sich davor schützen kann. Gesundheit bzw. Krankheit sei ein Erbe der Evolution, sagt der gebürtige Lübecker, und packt diese Aussage in plakative Titel wie „Die Steinzeit steckt uns in den Knochen.“

Foto: Charité- Sabine Gudath

Hauptkategorie: Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Charité
 

Weitere Nachrichten zum Thema Detlev Ganten

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Auf dem zweiten World Health Summit im Oktober haben sich vier Tage lang mehr als 1.200 Menschen aus über 80 Nationen in Berlin versammelt. Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem Initiator und Präsidenten des Kongresses, Prof. Dr. Detlev Ganten, über die akuten globalen Gesundheitsthemen, die Ziele des Gipfels und die soziale Verantwortung der Wissenschaft.
 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin