Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.08.2020

Desinfektionsmittel gegen Corona: So wendet man sie richtig an

Desinfektionsmittel sind ein Baustein der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2. Häufig werden sie jedoch nicht richtig angewendet. Zudem können sie der Gesundheit auch schaden. Eine neue Handlungshilfe soll Unternehmen beim richtigen Umgang mit Desinfektionsmitteln unterstützen.
Desinfektionsmittel, Corona

Desinfektionsmittel zum Schutz vor dem Coronavirus: Nicht immer sind sie notwendig und manchmal können sie auch schaden

„Desinfektionsmittel können zur Eindämmung der Infektionsraten durch das Coronavirus beitragen. Doch ein übertriebener und unsachgemäßer Einsatz kann auch schädlich sein“, sagt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Für den Umgang mit Desinfektionsmitteln sollten Unternehmen daher geeignete Schutz- und Arbeitsverfahren festlegen. Dafür hat die BG BAU eine neue Handlungshilfe veröffentlicht.

Nicht immer ist eine Desinfektion notwendig

Desinfektionsmittel setzen sich aus einem oder mehreren Wirkstoffen zusammen und können weitere Bestandteile wie Lösemittel, Tenside, oder Duftstoffe enthalten. Diese können bei falscher Verwendung negative Folgen für die Gesundheit haben. Dazu gehören unter anderem Kontaktallergien, Ekzeme, Atembeschwerden oder Augenleiden.

In der Handlungshilfe „Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“ wird geraten, zunächst in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Desinfektion bestimmter Flächen – zum Beispiel in Pausenräumen oder sanitären Einrichtungen – überhaupt notwendig ist. Denn eine Desinfektion nur aus Routine ist auch während der COVID-19-Pandemie nicht erforderlich.

 

Oft reicht normale Reinigung aus

„Ohne Kontamination durch erkrankte Personen reicht die normale Basishygiene: Reinigen von Oberflächen mit herkömmlichen Reinigungsmitteln, generell häufig mit Seife die Hände waschen, Mund-Nasenschutz und nach Möglichkeit 1,5 Meter Abstand halten“, so Arenz. Wird eine Desinfektion als nötig erachtet, sollten nur Mittel ausgewählt werden, die vom Robert-Koch-Institut (RKI), dem Industrieverband für Hygiene und Oberflächenschutz e.V. (IHO), dem Verbund für angewandte Hygiene e.V. (VAH) oder der Deutschen Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG) als zugelassene Desinfektionsmittel gelistet werden.

Sprüh-Desinfektion kann Atemwege gefährden

Eine weitere Grundregel heißt „Wischen statt Sprühen“, denn Sprüh-Desinfektionen sind gesundheitsschädlicher, weil Aerosole aus Desinfektionsmitteln eingeatmet werden können. Die Gesundheitsgefährdung hängt aber auch davon ab, wie oft und wie lange die Desinfektionsmittel eingesetzt werden.

Die BG BAU rät den Unternehmen, ihre Beschäftigten über die Gefahren zu informieren und im richtigen Umgang mit Desinfektionsmitteln zu unterweisen, damit Gesundheitsrisiken vermieden werden.

Foto: Adobe Stock / fotoak80

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Hygiene
 

Weitere Nachrichten zum Thema

Eine permanente Erneuerung der Raumluft durch Lüftungsanlagen verringert die Gefahr infektiöser Aerosole stärker als manuelles Lüften, sagt der Berliner Aerosolforscher Martin Kriegel. Weil die meisten Menschen kein Gefühl dafür hätten, wann Raumluft verbraucht ist, gelte: Es muss viel öfter gelüftet werden, als man denkt.

Singen oder Trompete blasen mit Maske – das klingt wie Auto fahren mit leicht angezogener Handbremse. Damit auch in Corona-Zeiten möglichst lustvoll und sicher musiziert werden kann, hat die Bauhaus-Universität Weimar Filter-Prototypen entwickelt: Masken für Instrumente – statt für Menschen. Bei einem Blasinstrument konnte der Luftausstoß sogar auf nur noch 15 Zentimeter reduziert werden – ohne dass der Klang leidet.

14.10.2020

Verkehrsunfall, Arbeitsunfall, Herz-Kreislauf-Stillstand: Auch in der COVID-19-Pandemie kommt es täglich zu Notfällen, bei denen das entschlossene Handeln von Ersthelfern unerlässlich ist. Aber die COVID-19-Pandemie stellt Hilfewillige vor die Frage: Wie kann ich helfen, ohne meine eigene Gesundheit zu gefährden? Hier ein paar Expertentipps für sichere Erste Hilfe.

Viele, die zu Corona-Weihnachten mit der Bahn reisen wollen, tun dies mit einem mulmigen Gefühl. Rechtzeitig zum Reiseverkehr um die Feiertage hat die Bahn eine Studie vorgelegt, deren Ergebnisse schon gebuchte wie potenzielle Fahrgäste beruhigen soll. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, setzt der Verkehrskonzern auf Lüftungstechnik, Zusatzzüge mit mehr Abstand und stärkere Masken-Kontrollen.

Ladenkassen, Empfangstresen, Schalterhallen in Banken oder Behörden: Beschäftigte an Orten mit Kundenverkehr sind einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) haben Klimatisierungsexperten jetzt eine Art Luftdusche entwickelt, die potenziell infektiöse Raumluft von solchen Arbeitsplätzen fernhalten soll: durch einen virusfreien Luftstrom von oben.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine mögliche Nebenwirkung der Covid-19-Impfung mit AstraZeneca ist die Hirnvenen-Thrombose. Geimpfte mit Kopfschmerzen sollten deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Warum? Eine Schwellung des Sehnervs ist das häufigste klinische Anzeichen dieser Impfkomplikation. So lässt sich ein Verdacht am schnellsten bestätigen – oder ausschließen.

Chinin ist ein altes Hausmittel gegen fiebrige Erkältungskrankheiten. Wissenschaftler aus Tübingen wollen die antivirale Wirkung nun im Kampf gegen COVID-19 nutzen. Erste Experimente an Zellkulturen zeigten bereits Erfolge.

Wer einen nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat, sollte sich öfter unter freiem Himmel bewegen oder – wenn das nicht reicht – Vitamin D-Präparate zu sich nehmen. Doch nicht jeder benötigt zusätzliches Vitamin D, selbst im Winter nicht.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin