. DRG-System

Der Fallpauschalenkatalog 2014 steht

Am Montag haben sich Kassen und Krankenhäuser auf den neuen Fallpauschalenkatalog 2014 für Krankenhäuser verständigt. Die neuen Fallpauschalen sollen das Abrechnen von Komplikationen oder Nebenerkrankungen erleichtern.
Der Fallpauschalenkatalog 2014 steht

DRG-System: jeder Patient ein Fall

Seit 2004 rechnen Krankenhäuser nach Fallpauschalen (DRG) ab. Grundlage bildet der Fallpauschalenkatalog, der die Entgelte für hunderte von Krankheitsbildern enthält. Der Katalog wird vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) entwickelt, das gemeinsam vom GKV-Spitzenverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) getragen wird. Am Montag haben sich die Partner nun auf den Fallpauschalenkatalog 2014 verständigt.

Schweregrad wird stärker berücksichtigt

Wie die drei Verbände in einer Presseinformation mitteilen, wurden die Fallpauschalen in einigen Bereichen erheblich weiterentwickelt. Veränderungen gab es beispielsweise bei sehr seltenen, hochspeziellen und extrem teuren Fällen – sie sollen in den neuen Fallpauschalen nun sachgerechter abgebildet sein. Außerdem wird künftig stärker der Fallschweregrad berücksichtigt, wozu etwa Nebenerkrankungen und Komplikationen zählen. Hier sollen die Kliniken ihre Leistungen künftig besser geltend machen können als bisher. Weiter sollen insbesondere auch die Bereiche der Wirbelsäulen-Operationen und der Herzkatheter-Operationen differenzierter und verbessert worden sein. Zudem erhält die Kinderheilkunde weitere speziell zugeschnittene Abrechnungsmöglichkeiten.

Auch über das im letzten Jahr erstmals gebildete Zusatzentgelt für die Gabe von Blutgerinnungsfaktoren wurde verhandelt. Laut Mitteilung sollen sich hierbei die Abrechnungsmöglichkeiten für besonders teure Fälle verbessert haben.

Fallpauschalen: Es geht um die Verteilung von 65 Milliarden Euro

Über Fallpauschalen wird derzeit ein Finanzierungsvolumen von etwa 65 Milliarden Euro auf die Krankenhäuser verteilt. Mit den Fallpauschalen werden Krankenhausleistungen nicht mehr nach der Verweildauer im Krankenhaus, sondern nach festgelegten Pauschalen für Krankheitsbilder entgolten. Problematisch ist dieses Abrechnungssystem dann, wenn Kliniken überproportional viele schwere Fälle mit besonders langen Liegezeiten behandeln, wie etwa hoch spezialisierte Universitätskliniken. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) fordert deshalb seit längerem einen ergänzenden Systemzuschlag für die Hochschulmedizin. International sei dies längst Standard, meint Ralf Heyder, Generalsekretär des VUD.

Inwieweit der Fallpauschalenkatalog 2014 mit seinen Neuerungen den Universitätskliniken entgegenkommt, konnte Heyder am Montag noch nicht sagen. „Da derzeit noch keine Gruppierungssoftware zur Einordnung der Fälle vorliegt, können wir noch nicht sagen, inwieweit der neue Fallpauschalenkatalog die besonders schweren und teuren Fälle berücksichtigen wird.“ Generell könne das Problem der sogenannten Extremkostenfälle ohnehin nur bedingt über das System der Fallpauschalen gelöst werden. „Hier wird man über ergänzende Vergütungsmodelle nachdenken müssen“, so der Generalsekretär des VUD.

Foto: © sudok1 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenhäuser , DRG

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhäuser

| Am 22. März haben sich die Gesundheitspolitiker der christlich-liberalen Koalition auf ein Eckpunktepapier zur Krankenhausfinanzierung geeinigt. Es sieht finanzielle Hilfen für die Krankenhäuser in Höhe 900 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren vor.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.