. Veranstaltung der Hertie-Stiftung

Denkanstöße für die Zukunft von Arbeit im Alter

Alle reden vom demographischen Wandel. Doch wie sieht das Leben im Alter aus? Und das Arbeiten? Unter welchen Bedingungen sind ältere Beschäftigte leistungsfähig? Antworten auf diese Fragen liefert die berufundfamilie gGmbH – eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die kürzlich in Berlin Unternehmensforum „Die Zukunft von Arbeit im Alter" veranstaltete.

Gemeinsam mehr Potenzial entfalten: Ältere und jüngere Arbeitnehmer im Team.

„Mit dem Unternehmensforum geben wir Denkanstöße und zeigen neue betriebliche Perspektiven auf eine der wichtigsten Entwicklungen, die die Arbeitswelt in den kommenden Jahren bestimmen wird“, sagte Stefan Becker, Geschäftsführer der berufundfamilie gGmbH, bei der Eröffnung. Ziel der Veranstaltung sei es, mit Vorträgen und Workshops die Aufmerksamkeit auf das Potenzial älterer Beschäftigter zu lenken.

Potenzial älterer Beschäftigter ist groß

„Denn das Potenzial älterer Beschäftigter ist groß, sowohl hinsichtlich der Erwerbsarbeit als auch hinsichtlich informeller Tätigkeiten“, schreibt die berufundfamilie gGmbH in einer Pressemitteilung. Darin bezieht sie sich auf Dr. Andreas Mergenthaler vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Dessen TOP-Studie 2013 habe ergeben, dass rund 23 Prozent der 60- bis 70-Jährigen einer Erwerbsarbeit nachgehen. Gründe für die Weiterführung oder Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit seien vor allem der Spaß an der Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen und der Erhalt der geistigen Fitness. Allerdings seien viele Ältere meist nur Teilzeit beschäftigt. Über 70 Prozent der Befragten arbeiten seiner Studie zufolge maximal 15 Stunden wöchentlich.  

Ältere Arbeitnehmer sind sehr produktiv, denken weniger an Karriere als an den Betrieb

Margaret Heckel, Politik- und Wirtschaftsjournalistin sowie Autorin, untermauerte, dass Ältere mit ihrem Potenzial die Arbeitswelt erneuern können. Die Praxis zeige schließlich: „Gerade weil Ältere Spaß an der Arbeit haben und ihr Wissen weitergeben möchten, liegt ihr Fokus auf der Arbeit selbst und nicht auf der Karriere. Ihr gesammeltes Know-how setzen sie meist direkt im Sinne des Betriebs ein und sind damit äußerst produktiv.“ Viele Beispiele aus Unternehmen belegten, dass eine große Chance darin liegt, ältere Beschäftigte nach ihren Erfahrungen, ihren Empfehlungen und ihrem Wissen zu fragen. Das könne nicht nur fortlaufend in altersgemischten Teams geschehen, sondern auch punktuell bei gesonderten Fragestellungen.

Wie Arbeitgeber konkret die Potenziale der älteren Beschäftigtengeneration identifizieren, unterstützen und auch nutzen können, zeigten Workshops. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass es wichtig ist, älteren Beschäftigten einen flexiblen Übergang von der Arbeits- in die Rentenzeit zu ermöglichen und ihnen möglichst viele Wahlfreiheiten an die Hand zu geben. Einer davon macht deutlich: Es ist nötig, die Flexibilisierung des Übergangs und Wahlfreiheiten für ältere Beschäftigte zu ermöglichen. Nur wenn Gestaltungsräume zwischen Erwerbsarbeit und Ruhestand eröffnet werden, können Unternehmen und Beschäftigte zu Mehrwerten gelangen.

Foto: Fotolia - Robert Kneschke

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Demografischer Wandel

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