. Aedes aegypti

Denguefieber breitet sich aus

Das Denguefieber ist schon länger keine reine Tropenkrankheit mehr. Auch für Europa erhöht sich das Risiko für Ausbrüche von Dengue, aber auch von Chikungunya-, Zika- oder Gelbfieber. Mücken mit dem Denguefieber-Virus wurden nun auf Fuerteventura entdeckt.
Dengue, Denguefieber, Aedes aegypti

Die Mückenart Aedes aegypti überträgt unter anderem das Denguefieber

Das Denguefieber gehört zu den Krankheiten, die bisher noch nicht in Deutschland vorkommen. Wer also hierzulande an Dengue erkrankt, muss sich im Ausland damit infiziert haben - und das geschieht vor allem auf Fernreisen wie beispielsweise nach Asien oder Südamerika. Thailand ist das Land, in dem sich die meisten deutschen Touristen infizieren. Doch der Überträger des Virus, die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, ist nun auch an den Außengrenzen der EU entdeckt worden. Wie die europäische Seuchenbehörde ECD mitteilt, sind besonders die portugiesische Insel Madeira und die spanischen Kanaren Risikogebiete. Jüngst wurden Mosquitos, die das Virus übertragen, auf Fuerteventura gefunden.

Dengue rückt an Europa heran

Die Zahl der mit dem Denguefieber infizierten Menschen hat sich in den vergangenen 50 Jahren um das 30-Fache erhöht. Experten schätzen, dass sich inzwischen rund 400 Millionen Menschen jährlich damit infizieren. Gleichzeitig breitet sich das Virus in immer mehr Ländern aus. Mittlerweile ist das Denguefieber die häufigste durch Moskitos übertragene Erkrankung der Welt und hat sogar Malaria hinter sich gelassen. Allerdings sind schwere Verläufe sowie Todesfälle bei Malaria immer noch häufiger. An Dengue sterben Schätzungen zufolge nur etwa 0,1 Prozent der Infizierten. Dennoch nehmen die Malariafälle insgesamt ab, die von Dengue hingegen zu.  

Das ECDC befürchtet nun, dass Überträger und Viren des Denguefiebers auf Kontinentaleuropa übergreifen könnten, und fordert Gegenmaßnahmen. Jüngst konnte sich die Überträgermücke in Ägypten festsetzen. In der Küstenregion des Roten Meeres hat es in den letzten Jahren lokale Ausbrüche von Denguefieber gegeben. Da es sich um ein Urlaubsgebiet handelt, kommt es immer wieder zu importierten Erkran­kungen, so im Herbst letzten Jahres auch in Deutschland. Auch auf Madeira ist Aedes aegypti seit 2007 endemisch, ebenso an der Schwarzmeerküste von Russland und Georgien. Neue Untersuchungen zeigen, dass sich die Mücken langsam an der Schwarzmeerküste der Türkei in Richtung Westen ausbreiten.

 

Zweit- und Drittinfektion am gefährlichsten

Das Denguefieber führt zwar eher selten zum Tod, ist aber dennoch eine tückische Erkrankung. Eine Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie Druckschmerz hinter dem Auge. Flüchtige Hautrötungen können hinzukommen. Die Symptome treten etwa zwei bis zehn Tage nach dem Mückenstich auf und klingen in der Regel nach einer Woche wieder ab. Allerdings leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. Eine erstmalige Erkrankung an Dengue-Fieber verläuft in der Regel harmlos, bei einer zweiten oder dritten Infektion könnten die Patienten jedoch sehr schwer erkranken. Dann können innere Blutungen und Schocksymptome auftreten – auch wenn die erste Erkrankung Jahre zurückliegt.  

Foto: © nechaevkon - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Borreliose , FSME , Malaria , Vogelgrippe , Ebola
 

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ins Fitness-Studio gehen erleben viele als stressig – sich davor drücken auch. Einfache Tätigkeiten in Haus und Garten haben einer Studie zufolge oft eine entspannendere Wirkung als tapfer absolvierte Workout-Torturen.
Oxidativer Stress in unseren Zellen beschleunigt das Altern und verringert die Lebenserwartung. Zink scheint eine schützende Funktion zu haben, wenn das Spurenelement mit bestimmten Lebensmitteln zum Beispiel Schokolade kombiniert wird. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam jetzt herausgefunden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.