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Den Hitzekollaps vermeiden

Dienstag, 21. Juni 2022 – Autor:
Kliniken rechnen darum mit einem Anstieg von Notfallpatienten. Vor allem ältere Menschen und Kleinkinder sind gefährdet. Viel trinken heißt jetzt das Gebot der Stunde. Und natürlich raus aus der Sonne.
An heißen Tagen tut Schwimmen besonders gut

An heißen Tagen tut Schwimmen besonders gut – Foto: © AOK Mediendienst

Mit fast 39 Grad wurde am vergangenen Sonntag in Cottbus ein Hitzerekord verzeichnet. Auch zum nächsten Wochenende hin soll es wieder sehr heiß werden in Deutschland. Zudem werden die Nächte den Prognosen nach in manchen Gebieten außerordentlich warm. Mancherorts könnte es zu tropischen Nächten kommen, das ist dann der Fall, wenn die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.

Hitze kann zum Risiko werden

Während die einen die Sommerwärme voll genießen, kann sie für andere zum gesundheitlichen Risiko werden. Kliniken rechnen damit, dass in den kommenden Tagen mehr Patienten als üblich wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt werden. Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme sowie allgemeines Unwohlsein seien dann die typischen Symptome der Patienten, die sich in einer Notaufnahme begeben, sagt Dr. Gabriele Groth, Leiterin der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona (Hamburg). „Häufig ist Flüssigkeitsmangel Ursache für die Beschwerden“, erklärt Groth. Der Mangel an Flüssigkeit im Körper sei eine Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem großen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. „An heißen Tagen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter erheblich und es kann zu einer Dehydrierung kommen.“

 

Der Körper braucht Flüssigkeit

Insbesondere ältere Menschen reagieren empfindlicher auf einen Flüssigkeitsverlust, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 60 Prozent ausmacht. Auch kleine Kinder trocknen schneller aus als Erwachsene und sind an heißen Tagen gefährdet.

Im Falle eines Flüssigkeitsmangels klagen die Patienten häufig über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Aber auch eine Bewusstseinstrübung kann eine ernstzunehmende Folge der Hitze sein. "Man darf nicht vergessen, dass unser Körper die Flüssigkeit benötigt, um lebenswichtige Funktionen aufrecht zu erhalten“, sagt Groth. Außerdem gingen durch das Schwitzen auch wertvolle Mineralstoffe verloren, die der Körper für seine Stoffwechselprozesse benötigt.

Eiskalte Getränke heizen auf

Viel trinken ist also das Gebot der Stunde. Am besten jede Stunde ein bis zwei Gläser reines Wasser trinken, das nicht zu kalt sein sollte. Auch wenn Experten dazu raten, immer etwas über den Durst zu trinken - zu viel auf einmal Trinken macht keinen Sinn, da der Körper nur 500 - 800 ml Flüssigkeit aufnehmen und sinnvoll verwerten kann. Alkohol ist an heißen Tagen tabu, weil er dem Körper Wasser entzieht. Um den Verlust an Elektrolyte auszugleichen, sollte man Mineralwasser trinken, das reich an Natrium, Magnesium und Calcium ist. Herz- und nierenkranke Menschen sollten allerdings aufpassen und ihren Arzt befragen, welche Wassersorten und -mengen für sie geeignet sind.

Kalte und eiskalte Getränke belasten den Körper deutlich mehr als wohltemperierte oder warme, denn er muss viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren. Als Folge schwitzen wir noch mehr. Dadurch werden zusätzliche Kalorien verbrannt, mit dem Effekt, dass zusätzliche Körperwärme entsteht. Extrem kalte Getränke können außerdem zu Magenproblemen und Unwohlsein führen. Deshalb der Hinweis: Auch warmer Pfefferminztee kann erfrischen und die Blutgefäße in Magen und Darm erweitern, sodass der Tee besser und schneller als kalte Getränke ins Blut gelangen kann.

Weitere Tipps gegen den Hitzekollaps:

  • Tragen Sie luftige Kleidung und eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.
  • Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf. Die Wohnung bleibt dann am kühlsten, wenn Fenster tagsüber geschlossen werden. Nachts kann dann durchgelüftet werden. Wichtig ist es, die Räume vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, mit Rollos, Vorhängen oder Jalousien.
  • Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung.
  • Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus (z. B. bei der Arbeit im Garten).
  • Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, machen Sie Siesta.
  • Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.
  • Kühlen Sie ihren Körper regelmäßig ab, mit kalten Güssen, lauwarmen Duschen oder kalten Umschlägen. Oder wenn möglich, mit einem erfrischenden Bad im See oder Schwimmbad
  • Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück. Hier können die Temperaturen locker 60 Grad und mehr erreichen.

Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht besteht, sollte sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 gerufen werden. Die Notaufnahmen sind auf diese Fälle vorbereitet.

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