. Bluttransfusionen

Demografischer Wandel lässt Blutkonserven knapper werden

Der Bedarf an Blutkonserven steigt. Die Zahl der Blutspender sinkt. Mehr jüngere Menschen müssten zur Blutspende gehen, um die Folgen des demografischen Wandels abzufangen.
Blutspende, demografische Wandel

Vom Blutspender zum Empfänger: Der demografische Wandel zeigt sich bei Bluttransfusionen besonders deutlich

Deutschland altert und die Medizin bekommt die Auswirkungen zu spüren. Beispiel Bluttransfusionen: Während der Bedarf an lebensrettenden Blutkonserven steigt, sinkt die Zahl der Blutspender. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) ist der Anteil der Vollblutspender an der Gesamtbevölkerung zwischen 2008 und 2016 von 3,3 Prozent auf 2,8 Prozent gefallen. Ein Grund ist, dass ab einem Alter von 68 Jahren eigentlich nicht mehr Blut gespendet werden darf, es sei denn der der Arzt entscheidet anders. Und die Gruppe der über 68-jährigen wächst.

Babyboomer fallen bald als Blutspender aus

„Die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1950er und 1960er Jahren leisten auch heute noch einen signifikanten Beitrag der Blutspenden, doch die „Babyboomer“ kommen langsam in die Jahre“, sagt Professor Siegfried Görg, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Einerseits befänden sie sich bald in einem Alter, in dem sie nicht mehr spenden könnten, andererseits würden sie möglicherweise bald selbst Spenden benötigen.

 

Dreiviertel aller Blutkonserven gehe an ältere Menschen

Daten vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zeigen, dass rund 70 Prozent der Erythrozytenkonzentrate an über 60-jährige Menschen gehen. Anderswo dürfte die Altersstruktur der Empfänger ähnlich gelagert sein. „Auch Blutspenden ist eine Art von Generationenvertrag“, sagt Görg. Um die Blutversorgung in der Zukunft sicherzustellen, müsse der Anteil der Blutspender an der Gesamtbevölkerung wieder wachsen.

Zwar wird nach Ansicht des Transfusionsmediziners der medizinische Fortschritt die Nachfrage an Blutprodukten durch verfeinerte Operationstechniken, verbesserte OP-Vorbereitungen oder neuartige Medikamente künftig senken. „Die demografische Entwicklung wird aber altersbedingte Frakturen und Krebserkrankungen ansteigen lassen – und damit auch den Bedarf an dabei herauskommen“, prophezeit Görg. Bestenfalls wird wohl dabei ein Nullsummenspiel dabei herauskommen.

Blutspenden hilft bei Bluthochdruck

Eine Blutspende dauert nur etwa eine Stunde. Eine Studie der Charité hatte kürzlich gezeigt, dass Blutspende Bluthochdruck entgegenwirkt. Von einer Hypertonie sind immerhin geschätzte 30 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Mit einer Blutspende könnten viele also nicht nur das Leben anderer retten, sondern auch die eigene Gesundheit verbessern.

Foto: refreshPIX/fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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