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28.01.2019

Demenz oder Alzheimer – Gibt es einen Unterschied?

Eine Demenz kann unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten Formen sind Alzheimer und die vaskuläre Demenz. Die anfänglichen Symptome sind ähnlich, jedoch nicht der Krankheitsverlauf.
Demenz, Alzheimer, Unterschied

Anders als die vaskuläre Demenz nimmt Alzheimer immer einen schwereren Verlauf

Bei vielen älteren Menschen lässt das Kurzzeitgedächtnis nach. Bis zu einem gewissen Grad ist das eine normale Altersvergesslichkeit. Erinnerungslücken können jedoch auch ein Anzeichen für eine beginnende Demenz sein. Demenz ist der Oberbegriff für kognitive Beeinträchtigungen, die sich durch Störungen im Denken, Erinnern und der Orientierung auszeichnen. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sind Demenzkranke nicht mehr in der Lage, ihr Leben eigenständig zu führen.

Alzheimer häufigste Demenzerkrankung

In Deutschland leben derzeit etwa 1,4 Millionen Menschen mit einer Demenz. Mit einem Anteil von 60 Prozent ist Alzheimer die häufigste Demenzerkrankung. Daneben ist die vaskuläre Demenz mit rund 15 Prozent weit verbreitet. Bei weiteren 15 Prozent besteht eine Mischform aus Alzheimer und vaskulärer Demenz. Bei den restlichen 10 Prozent handelt es sich um seltenere Demenzformen wie die Parkinson-Demenz, frontotemporale Demenz oder die Lewy-Körperchen-Demenz. Daneben können auch Alkoholsucht, ein Schädel-Hirntrauma oder bestimmte Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten wie die Creutz-Feld-Jakob-Krankheit zu Demenz führen.

Alzheimer und vaskuläre Demenz treten am häufigsten im höheren Lebensalter auf. Während weniger als zwei Prozent der 65- bis 69-Jährigen von Demenz betroffen sind, leiden über 30 Prozent der über 90-jährigen an Demenz. Zwei Drittel davon sind Frauen.

Die Symptome wie Vergesslichkeit, Erinnerungslücken, Wortfindungsstörungen, Orientierungsverlust sind zwar immer ähnlich. Jedoch gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen einer vaskulären Demenz und der Alzheimer-Krankheit.

 

Eiweißablagerungen charakteristisch für Alzheimer

Bei Alzheimer sterben Nervenzellen im Gehirn ab und das Gehirn schrumpft schließlich um 20 Prozent. Der Hirnvolumenverlust lässt sich im mittleren und fortgeschrittenen Krankheitsstadium durch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) darstellen. Durch den Untergang der Nervenzellen werden auch die der Informationsweiterleitung und -verarbeitung dienenden Übertragungsstellen zwischen den Nervenzellen zerstört. Eiweiß-Ablagerungen so genannte Plaques zwischen den Nervenzellen sind charakteristisch für die Alzheimer-Erkrankung. Außerdem geht das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Eiweißbruchstücken einher, die sich in Form von Fäserchen im Gehirn ablagern. Alois Alzheimer hat diese Neurofibrillenbündel als Erster beschrieben. Studien zeigen, dass Eiweißablagerungen schon mit ungefähr 50 Jahren beginnen, die Krankheit bricht oft aber erst Jahre bis Jahrzehnte später aus.

Verkalkungen der Blutgefäße

Bei der vaskulären Demenz sind dagegen Verkalkungen die Ursache für Vergesslichkeit und Gedächtnisstörungen. Am häufigsten liegt eine Wandverdickung der kleinen Blutgefäße vor, wodurch tiefe Strukturen des Gehirns nicht mehr ausreichend durchblutet werden. In der Folge sterben ebenfalls Nervenzellen im Gehirn ab. Die Gefäßerkrankung kann außerdem zu kleinen Infarkten führen, die die Nervenfasern schädigen. Je nachdem welche Hirnregionen betroffen sind, kommt es zu Gedächtnisausfällen, die auch Teile des Langzeitgedächtnisses betreffen. Bestimmte Erinnerungen an Personen, Namen und Ereignisse sind dann weg.

Symptome

Alzheimer und vaskuläre Demenz sind im Anfangsstadium schwer auseinanderzuhalten: Vergesslichkeit, Beeinträchtigung des Denkvermögens, Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen, Sprachprobleme, Orientierungsprobleme, Stimmungsschwankungen, Änderung des Verhaltens und der Persönlichkeit sind bei beiden Demenzformen mehr oder weniger ausgeprägt. Jedoch schreitet die Alzheimer-Erkrankung unaufhörlich fort und führt zu einem totalen geistigen Abbau bis hin zum Verlust der Sprache und der Fähigkeit, Blase und Darm zu kontrollieren. Im Gegensatz dazu bleibt der Zustand von Personen mit vaskulärer Demenz in der Regel relativ stabil. Da es auch Mischformen gibt, lässt sich der Krankheitsverlauf oft nur schwer vorhersagen. 

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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