Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.02.2021

Dehnübungen senken Blutdruck eher als Spazierengehen

Regelmäßige Dehnübungen (Stretching) senken den Blutdruck eher als zügiges Spazierengehen. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie.
30 Minuten spazierengehen ist weniger effektiv zur Blutdrucksenkung als 30 Minuten Stretching

Regelmäßige Dehnübungen (Stretching) senken den Blutdruck eher als zügiges  Spazierengehen. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie. Danach führten 30 Minuten Dehnen an fünf Tagen der Woche eher zu einer Verbesserung der Blutdruck-Werte als ein 30-minütiger Spaziergang an fünf Tagen der Woche.

"Wenn Sie sich abends entspannen, können Sie sich - anstatt auf der Couch zu sitzen - auf den Boden setzen und sich strecken, während Sie fernsehen", rät Phil Chilibeck, Professor für Kinesiologie an der Universität von Saskatchewan in Saskatoon, Co-Autor der Studie.

Normaler Blutdruck oder Hypertonie Stadium I

Die Teilnehmer, 40 Männer und Frauen, hatten entweder einen hohen normalen Blutdruck von 130/ 85–139/89 mm Hg oder eine Hypertonie im Stadium I von 140/90–159/99 mm Hg. Das Durchschnittsalter betrug 61 Jahre in der Gehgruppe und 62 Jahre in der Dehnungsgruppe. Die Probanden wurden zwei Monate lang beobachtet.

Das Dehnungsprogramm umfasste 21 Übungen, die Teilnehmer führten jede Dehnung zweimal durch und hielten sie 30 Sekunden lang mit einer Pause von 15 Sekunden zwischen den Dehnübungen. Die Teilnehmer des Gehprogramms sollten ihren Puls überwachen und ihr Schritttempo erhöhen, wenn es 50–65 Prozent der maximalen Herzfrequenz für ihr Alter unterschreitet.

 

Dehnübungen senken Blutdruck eher als Spazierengehen

Die Forscher maßen zu Beginn und am Ende des 8-wöchigen Trainingsprogramms den Blutdruck der Teilnehmer mit verschiedenen Methoden insgesamt zwölf Mal. Im Vergleich zum Gehen verringerte das Dehnungsprogramm den systolischen und mittleren arteriellen Druck im Sitzen, den diastolischen und mittleren arteriellen Druck in Rückenlage sowie den diastolischen und mittleren arteriellen Blutdruck in der Nacht.  

Der systolische Blutdruck am Tag sank beim Stretching um 4 mm Hg und der diastolische um 1 mmHg. In der Geh-Gruppe tat sich nichts. Nachts sank der mittlere arterielle Blutdruck um 3 mmHg ab, in der Geh-Gruppe stieg er um 5 mmHg. Fazit: Dehnübungen senken Blutdruck eher als Spazierengehen

Auch die Adernwände werden gedehnt

Chilibeck: "Jeder denkt, dass es beim Dehnen nur darum geht, die Muskeln zu dehnen. Aber wenn Sie Ihre Muskeln dehnen, dehnen Sie auch alle Blutgefäße, die in den Muskel münden, einschließlich aller Arterien. Wenn Sie die Steifheit Ihrer Arterien verringern, ist der Widerstand gegen den Blutfluss geringer", so der Forscher

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Yoga und Pilates, bei denen viel gedehnt wird, auch den Blutdruck senken. Darüber hinaus beinhaltet Yoga manchmal Atemübungen und Meditation, die bereits für sich genommen den Blutdruck senken.

Gehen macht eine schlankere Taille

Ein Ergebnis, das für das Gehen sprach: Es war im Vergleich zum Dehnen mit einer signifikanteren Verringerung der Taille verbunden. Dr. Chilibeck betont, dass Menschen, die bereits laufen, um ihren Bluthochdruck zu senken, dies weiterhin tun sollten. "Wandern, Radfahren oder Langlaufen wirken sich positiv auf Körperfett, Cholesterinspiegel und Blutzucker aus." Er empfiehlt jedoch, Dehnungsübungen in den Tagesablauf aufzunehmen. Die Studie erschien im Journal of Physical Activity and Health.

 

Foto: Adobe Stock/bongkarn

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Blutdruck , Bluthochdruck , Komplementärmedizin , Bewegungstherapie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Blutdruck

17.03.2019, aktualisiert: 24.01.2021

Bluthochdruck ist ein gesundheitliches Risiko. Aktuell steigt auch das Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf. Doch muss bei älteren Menschen, der Blutdruck tatsächlich unter 140/90 mmHg gesenkt werden? Eine Studie der Charité zeigt: Die leitliniengerechte Behandlung schadet über 80-jährigen sogar mehr als sie nützt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin