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09.02.2021

Dauerhafter Stress kann Hormonhaushalt stören

Umfragen zeigen: Immer mehr Deutsche fühlen sich gestresst. Das kann verschiedene psychische und physische Folgen haben. Die Gesellschaft für Endokrinologie macht nun darauf aufmerksam, dass auch der Hormonhaushalt unter dauerhaftem Stress leiden kann. Eine Erholung ist zwar möglich, aber langwierig.
Stress

Immer mehr Menschen fühlen sich ständig unter Druck. Das kann auch den Hormonhaushalt beeinträchtigen.

Stress ist eine natürliche Reaktion und dient zunächst dazu, Körper und Psyche zu schützen. Damit der Körper unter besonderen Belastungen Höchstleistungen erbringen kann, werden die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt. Wird der Stress jedoch chronisch und bleibt der Stresshormonspiegel dauerhaft erhöht, kann dies der Gesundheit schaden. Laut Deutscher Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ist zwar eine Erholung des Hormonhaushalts möglich – allerdings nur mit viel Geduld.

Bei Dauerstress läuft der Körper ständig auf Hochtouren

Stress lauert überall: in der Schule, im Beruf, im Privatleben. Grundsätzlich ist das auch nicht schlimm. Doch wird der Stress nicht ausgeglichen, droht eine Entgleisung des natürlichen Hormongleichgewichts – mit negativen Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Neben Schlafstörungen und Beeinträchtigungen des Denkvermögens gehören auch schwerwiegende Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck oder Krebs zu den möglichen Folgen.

Bei chronischem Stress läuft der Körper ständig auf Hochtouren. Dauerhaft hohe Adrenalin- und Cortisolspiegel im Blut können deshalb zu Schlafstörungen und Depressionen führen. Gleichzeitig stören die hohen Stresshormonspiegel die Regelkreise anderer Hormonsysteme im Körper. So hat die die chronische Aktivierung der Stressachse eine hemmende Wirkung auf die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Sexuelle Unlust kann die Folge sein, und zwar bei Frauen und bei Männern.

 

Stress hat unterschiedlichste Auswirkungen auf den Körper

Bei Frauen kann es dadurch außerdem zu Zyklusstörungen bis hin zum unerfüllten Kinderwunsch kommen. Durch die Verbindungen der Stresshormonachse mit Regelkreisen des Immunsystems schwächt Cortisol zudem das Immunsystem. „Dies kann Infekte, Wundheilungsstörungen und Krebs begünstigen“, erklärt Professor Dr. Jörg Bojunga, Vizepräsident der DGE. Zudem wirke sich zu viel Cortisol negativ auf den Stoffwechsel aus und fördere die Einlagerung von ungesundem Bauchfett.

Doch Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Menschen, die häufig einer erhöhten Stressbelastung ausgesetzt sind, sollten deshalb wissen, wie sie damit umgehen, um dennoch gesund zu bleiben. Ist der Stresshormon-Regelkreis erst einmal nachhaltig gestört, kann die Erholung Monate bis Jahre dauern. Daher sind rechtzeitige Auszeiten wichtig. Sinnvoll sind auch Techniken zur Stressbewältigung sowie körperliche Aktivität. Dadurch werden Stresshormone ganz natürlich abgebaut. Auch Hobbys sowie alle angenehmen Tätigkeiten reduzieren den Stresspegel.

Foto: Adobe Stock / Andrey Popov

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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