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„Datenspende“ im Kampf gegen Corona: Was soll die neue RKI App bringen?

Mit Hilfe der neuen App „Corona-Datenspende“ des Robert Koch-Instituts sollen neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland gewonnen werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Doch was soll die App tatsächlich bringen?
Datenspende-App

Mit Hilfe einer App möchte das Robert Koch-Institut (RKI) neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen gewinnen

Millionen Deutsche tragen Fitness-Armbänder und Computeruhren, die den Puls messen, Schritte zählen oder den Schlaf überwachen. Das Robert Koch-Institut (RKI) möchte diese Informationen nun im Kampf gegen Infektionen mit dem neuen Coronavirus nutzen und bittet die Bevölkerung um „Datenspenden“. Damit erhofft sich das Institut neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland. Mit Hilfe der Corona-Datenspende-App können Bürger dem RKI bestimmte Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen. Zusammen mit Daten aus anderen Quellen, z.B. den offiziellen Meldedaten, sollen die Informationen dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und zu verstehen.

RKI möchte Gesundheitsdaten sammeln

Die Corona-Datenspende erfolgt freiwillig und pseudonymisiert, wie das RKI mitteilt. Bei den Daten handelt es sich um folgende Angaben:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Gewicht
  • Körpergröße
  • Gesundheits- und Aktivitätsdaten (Schlafverhalten, Herzfrequenz und Körpertemperatur)
  • Postleitzahl
 

Mögliche Infektionen erkennen

Die Algorithmen hinter der Corona-Datenspende erkennen Symptome, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören etwa ein erhöhter Ruhepuls und ein verändertes Schlaf- und Aktivitätsverhalten. Die gespendeten Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Nach der Aufbereitung sollen die Informationen in eine Karte einfließen, die die Verbreitung von möglicherweise infizierten Personen auf der Ebene der Postleitzahl visuell darstellt. Diese Karte soll regelmäßig aktualisiert und auf der Webseite des RKI veröffentlicht werden.

Datenspende ist freiwillig

Die Corona-Datenspende ist freiwillig. Die Nutzung der App basiert auf einer individuellen Nutzer-ID, dem sogenannten Pseudonym. So können Daten auch über längere Zeiträume richtig zugeordnet und interpretiert werden. Persönliche Informationen wie Name oder Anschrift der App-Nutzer werden dem Robert Koch-Institut nicht zugänglich gemacht.

Dem RKI zufolge unterliegen die Datenerhebung und -verarbeitung strengen Datenschutzrichtlinien und wurden datenschutzrechtlich geprüft. Die Spender haben zudem jederzeit die Möglichkeit, ihre Daten über das Menü der App einzusehen, zu verwalten oder zu löschen.

Datenspende-App ist kein Corona-Test

Die Corona-Datenspende-App wird vom Robert Koch-Institut herausgegeben und wurde in Zusammenarbeit mit Thryve (mHealth Pioneers GmbH) entwickelt, einem auf Digital Health spezialisierten Unternehmen. Die App steht im App-Store sowie im Google Play Store zum Download bereit.

Wichtig zu wissen ist auch: Die Corona-Datenspende-App ist kein Corona-Test. Die Nutzer selbst werden nicht über eine mögliche Infektion informiert.

Foto: © Adobe Stock/Production Perig

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Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik , Corona
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