. Organtransplantation

Datensammlung soll Transplantierten helfen

Ende Januar ist die erste Transplantationskohorte in Deutschland gestartet. Seither werden Daten und Bioproben der Teilnehmer zentral gesammelt und ausgewertet. Ziel ist, die Therapien für Transplantierte zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.
Transplantationskohorte: Basis für wissenschaftliche Studien

Transplantationskohorte: Basis für wissenschaftliche Studien

Menschen, die mit einem Spenderorgan leben oder eine Stammzelltransplantation erhalten haben, sind zahlreichen Risiken ausgesetzt. Ihr Immunsystem wird durch spezielle Medikamente gedrosselt, um das Transplantat vor Abstoßung zu schützen. Das macht die Betroffenen anfälliger für Infektionskrankheiten, schlimmstenfalls kann es zu lebensbedrohlichen Infektionen oder zum Versagen des transplantierten Organs kommen.

Um bessere Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Transplantation, Vorerkrankungen des Patienten, verabreichte Medikamente und auftretende Infektionen zusammenhängen, wurde Ende Januar am Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Frankfurt am Main eine Transplantationskohorte gebildet. Zu der Kohorte gehören Menschen, denen bereits ein Organ oder Stammzellen transplantiert wurden. Ihre Daten werden nun an am DZIF gesammelt und verwaltet. Hinzukommen Bioproben der Patienten, die im Rahmen routinemäßiger Untersuchungen gewonnen werden.

Transplantationskohorte verspricht neue Erkenntnisse für die Transplantationsmedizin und Infektionsforschung

Nach Auskunft von Dr. Daniela Schindler vom neu gegründeten DZIF Transplantations-kohorte e.V sollen die Daten und Bioproben die Basis für wissenschaftliche Studien bilden. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon, Zusammenhänge zwischen Transplantation, medikamentöser Therapie und auftretenden Komplikationen besser zu verstehen. Ziel ist es, Komplikationen zukünftig besser vermeiden zu können. „Die DZIF-Transplantationskohorte ist in Deutschland einmalig und soll zur Verbesserung der Behandlung von Patienten beitragen, die schon ein Spenderorgan oder eine Stammzelltransplantation erhalten haben“, so Schindler. Alle gewonnenen Daten und die Bioproben gelangten nur nach Aufklärung und ausdrücklicher Einwilligung der Patienten in die Kohorte.

Fünf Standorte beteiligt

Der DZIF Transplantationskohorte e.V. ist nach eigenen Angaben seit 28. Januar handlungsfähig. Neben Frankfurt am Main sind auch die Standorte Hannover-Braunschweig, Heidelberg, München und Tübingen beteiligt. Die beteiligten Transplantationskliniken und wissenschaftlichen Einrichtungen bilden gemeinsam die Mitgliederversammlung. Ansprechpartner für alle teilnehmenden und interessierten Einrichtungen ist das Management der Kohorte am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Frankfurt am Main.

Foto: © scusi - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Organspende , Transplantation , Stammzellen

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Organtransplantation

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Wie gewinnt man das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende zurück? Der Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Dr. Rainer Hess plädiert für ein Transplantationsregister.
. Weitere Nachrichten
Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene haben unter anderem Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und neigen zu stereotypen Verhaltensmustern. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.