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Das sind die häufigsten Symptome von Long-Covid

Sonntag, 22. August 2021, aktualisiert: 20.01.2023 – Autor:
Long-Covid zeigt sich an einer großen Bandbreite von Symptomen. Es können körperliche, kognitive und psychische Symptome auftreten, die den Alltag erheblich erschweren können. Welche es im einzelnen sind und welche Zusammenhänge es gibt, wird intensiv erforscht.
Erschöpft nach Corona-Infektion: Vor allem Frauen haben mit Long-Covid zu kämpfen

Erschöpft nach Corona-Infektion: Vor allem Frauen haben mit Long-Covid zu kämpfen – Foto: © Adobe Stock/ StockPhotoPro

Welche Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Long-Covid? Und welche Symptome treten am häufigsten auf? Die World Health Organisation (WHO) hat eine Liste von Symptomen und Beschwerden erstellt, die nach bisherigem Wissensstand Definitionskriterien des Post-COVID-19-Zustands erfüllen. Die am häufigsten beobachteten Symptome von Long Covid sind Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (sog. Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (sog. "brain fog"), Schlafstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen, psychische Probleme wie z.B. depressive Stimmung und Angstsymptome, außerdem, Riech- und Schmeckstörungen. Diese Symptome von Long Covid wurden in wissenschaftlichen Studien belegt.

Long Covid - wer ist am häufigsten betroffen?

Frauen lkagen häufiger über Long-Covid-Symptome klagen als Männer. Das wirft die Frage auf, ob das „weibliche Geschlecht“ die Entstehung von Long-Covid möglicherweise begünstigt. Teenager sind deutlich häufiger betroffen als jüngere Kinder. Long-Covid bei Erwachsenen tritt am häufigsten im jüngeren und mittleren Erwachsenalter auf, so wissenschaftlich Studien. Besonders betroffen sind zudem Menschen mit einem Beruf in der Gesundheitsversorgung sowie Angehörige benachteiligter sozialer Schichten. 

Künstliche Beatmung ist ein Risikofaktor

Einige Studien deuten an, dass eine hohe Anzahl verschiedener Symptome während der akuten Infektionsphase ein weiterer potenzieller Risikofaktor für Long-Covid sein könnte. Ein höheres Alter scheint indes kein Risikofaktor zu sein. Allerdings zeigte sich, dass eine künstliche Beatmung das Risiko für Long-Covid erhöht. „Die genauen Ursachen und Risikofaktoren, welche zur Entwicklung von Long-Covid-Symptomen führen, sind derzeit nicht bekannt. Aufgrund der großen Vielfalt unterschiedlichster Symptome, ist anzunehmen, dass mehrere Ursachen miteinander verwoben sind“, heißt es in einem Bericht des Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) und des Belgian Health Care Knowledge Center (KCE) . Bei diesen Patienten könnten mögliche Organschäden, die beispielsweise durch die intensivmedizinische Behandlung hervorgerufen wurden, die Ursache von Long-Covid sein.

 

Wann welche Symptome von Long-Covid auftreten

Innerhalb der ersten drei Monate nach der Akutinfektion mit Corona treten am häufigsten Erschöpfung und Müdigkeit auf, gefolgt von Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen. Auch Husten, Brustschmerzen und kognitive Schwierigkeiten zählen zu den Top 10.

Erschöpfung und Müdigkeit scheint demnach das hartnäckigste Symptom zu sein, denn auch sechs Monate nach der Akutinfektion führt dieses Problem die Rangliste an. Kognitive Beeinträchtigungen rutschen dann an die zweite Stelle und Atemwegsprobleme an die dritte.

Die Definition von Long-Covid

Diese Gemengelage aus unterschiedlichen Symptomen birgt jedoch ein Problem. Bislang gibt es keine einheitliche Definition von Long-Covid. So könnten einige Beschwerden auch Folge einer längeren intensivmedizinischen Behandlung sein. Es sei schwierig, Long-Covid vom „Post-Intensive-Care-Syndrom“ abzugrenzen, geben die Forscher von AIHTA und KCE zu bedenken. Ebenso könnten psychische Belastungen durch die Pandemiemaßnahmen dabei eine Rolle spielen, dass sich einige Patienten so schwer von einer Corona-Infektion erholen.

Hauptkategorien: Corona , Medizin
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