Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Das sind die häufigsten Symptome von Long-Covid

Long-Covid umfasst eine große Bandbreite an Symptomen. Erschöpfung tritt am häufigsten auf. Eine neue Übersichtsarbeit fasst nun den aktuellen Wissensstand zusammen. Frauen haben demnach tendenziell ein höheres Risiko als Männer, an Long-Covid zu erkranken.
Erschöpft nach Corona-Infektion: Vor allem Frauen haben mit Long-Covid zu kämpfen

Erschöpft nach Corona-Infektion: Vor allem Frauen haben mit Long-Covid zu kämpfen

Welche Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Long-Covid? Und welche Symptome treten am häufigsten auf? Wissenschaftler des Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) und des Belgian Health Care Knowledge Center (KCE) haben in einer Übersichtsarbeit die aktuelle Datenlage zu Long-Covid analysiert. Mit Stand Mai 2021 konnten die Forschenden insgesamt 28 geeignete Studien identifizieren, um den aktuellen Wissensstand über das komplexe Krankheitsbild zusammenzufassen.

Der Bericht zeigt, dass schwere Covid-19-Verläufe häufiger mit Long-Covid einhergehen als milde Verläufe. Das schließen die Forscher unter anderem aus einem Vergleich zwischen stationär und ambulant behandelten Patienten. Während dieser Risikofaktor weitgehend gesichert scheint, besteht bei weiteren Risikofaktoren noch Unklarheit.

Frauen berichten häufiger über Long-Covid als Männer

Einer betrifft das Geschlecht. Fakt ist, dass Frauen häufiger über Long-Covid-Symptome klagen als Männer. Das wirft die Frage auf, ob das „weibliche Geschlecht“ die Entstehung von Long-Covid möglicherweise begünstigt. „Der Unterschied der Erkrankungshäufigkeit zwischen Männern und Frauen könnte aber auch andere Gründe als das biologische Geschlecht und die damit im Zusammenhang stehende Immunantwort haben“,  betont Studienleiterin Sarah Wolf vom AIHTA.  So sei etwa bekannt, dass es geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitsverhalten gebe, „wonach Frauen in Umfragen beispielsweise häufiger einen schlechteren Gesundheitszustand angeben als Männer“, so Wolf.

 

Künstliche Beatmung ist ein Risikofaktor

Einige Studien deuten an, dass eine hohe Anzahl verschiedener Symptome während der akuten Infektionsphase ein weiterer potenzieller Risikofaktor für Long-Covid sein könnte. Ein höheres Alter scheint indes kein Risikofaktor zu sein. Allerdings zeigte sich, dass eine künstliche Beatmung das Risiko für Long-Covid erhöht. „Die genauen Ursachen und Risikofaktoren, welche zur Entwicklung von Long-Covid-Symptomen führen, sind derzeit nicht bekannt. Aufgrund der großen Vielfalt unterschiedlichster Symptome, ist anzunehmen, dass mehrere Ursachen miteinander verwoben sind“, heißt es in dem Bericht. Bei diesen Patienten könnten mögliche Organschäden, die beispielsweise durch die intensivmedizinische Behandlung hervorgerufen wurden, die Ursache von Long-Covid sein, vermutet das Forscherteam um Sarah Wolf.

Erschöpfung hält lange an

Insgesamt stellten die Forscher eine sehr große Bandbreite an Symptomen fest. Innerhalb der ersten drei Monate nach der Akutinfektion traten am häufigsten Erschöpfung und Müdigkeit auf, gefolgt von Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen. Auch Husten, Brustschmerzen und kognitive Schwierigkeiten zählen zu den Top 10.

Erschöpfung und Müdigkeit scheint demnach das hartnäckigste Symptom zu sein, denn auch sechs Monate nach der Akutinfektion führt dieses Problem die Rangliste an. Kognitive Beeinträchtigungen rutschen dann an die zweite Stelle und Atemwegsprobleme an die dritte.

Diese Gemengelage aus unterschiedlichen Symptomen birgt jedoch ein Problem. Bislang gibt es keine einheitliche Definition von Long-Covid. So könnten einige Beschwerden auch Folge einer längeren intensivmedizinischen Behandlung sein. Es sei schwierig, Long-Covid vom „Post-Intensive-Care-Syndrom“ abzugrenzen, geben die Forscher zu bedenken. Ebenso könnten psychische Belastungen durch die Pandemiemaßnahmen dabei eine Rolle spielen, dass sich einige Patienten so schwer von einer Corona-Infektion erholen.

Foto: © Adobe Stock/ StockPhotoPro

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Long-Covid

01.06.2021

Manche Covid-19-Betroffene entwickeln im Zuge der Infektion einen Diabetes. Eine internationale Studie hat entschlüsselt, wie das Coronavirus die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse befällt und zerstört. Dabei entdeckten die Forschenden auch eine Möglichkeit, diese Zellen zu schützen.

29.05.2021

Long-Covid kann noch Monate nach der Infektion noch auftreten. Das zeigen Ärzte der Uniklinik Köln in einer aktuellen Studie. Untersucht wurden Personen, die zuvor einen milden Krankheitsverlauf hatten. Dabei kristallisierten sich einige Risikofaktoren heraus, die nichts mit Vorerkrankungen zu tun haben.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Kinder reagieren besonders sensibel auf Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper kann Gifte dazu noch schlechter abbauen. Wer als Erwachsener in Gegenwart von Kindern raucht, erhöht deren Risiko, Asthma und andere Krankheiten zu bekommen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lungentags am 25. September hin.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin