Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
06.10.2016

Das sind die häufigsten Krankheiten

Erkrankungen des Bewegungsapparats und der Atemwege sind die häufigsten Gründe, warum Patienten einen niedergelassenen Arzt aufsuchen. Herz-Kreislauferkrankungen stehen erst an vierter Stelle.
Warum gehen Menschen zum Arzt? Die KBV-Grafik zeigt die häufigsten Krankheiten in Deutschland

Warum gehen Menschen zum Arzt? Die KBV-Grafik zeigt die häufigsten Krankheiten in Deutschland

Nach Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind Rückenschmerzen und andere Erkrankungen des Bewegungsapparats der häufigste Anlass für einen Arztbesuch. 36,7 Millionen Patienten sind deswegen im vergangenen Jahr zu einem niedergelassenen Arzt gegangen. Atemwegserkrankungen wie Husten, Bronchitis oder Lungen- oder Nasennebenhöhlentzündungen stehen mit 35,1 Millionen Patienten auf Platz zwei; gefolgt von Endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (29,5 Millionen). Hierzu zählen etwa Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen wie erhöhte Cholesterinwerte. Herz-Kreislauferkrankungen sind zwar die Todesursache Nummer eins in Deutschland, stehen aber in der Statistik erst an vierter Stelle. 25,6 Millionen Patienten haben wegen Bluthochdruck, Herzbeschwerden oder Vorhofflimmern einen Arzt aufgesucht.

Psychische Diagnosen nehmen zu

Verglichen mit dem Jahr 2010 haben Infektionen der oberen Atemwege um 16,2 Prozent zugenommen. Eine noch deutlichere Steigerung verzeichnet die KBV bei den neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen zu beobachten. Diese Diagnosen stiegen um 19,6 Prozent und ist damit die häufigste in der Krankheitsgruppe der psychischen Verhaltensstörungen. 13,6 Millionen Patienten erhielten im Jahr 2015 eine psychische Diagnose.

 

Stationäre Versorgung verursacht doppelt so viele Kosten

Insgesamt weist die KV-Statistik für das vergangene Jahr 552 Millionen Behandlungsfälle im niedergelassenen Bereich auf, wozu auch Psychotherapeuten in Deutschland gehören. Gekostet hat das 33,4 Milliarden Euro. Auf die Krankenhäuser hingegen entfällt mit 67,9 Milliarden Euro ein mehr als doppelt so hoher Kostenanteil, bei 19,1 Millionen Behandlungsfällen. KBV-Vorstand Andreas Gassen sieht in den Zahlen den Grundsatz ambulant vor stationär bestätigt, moniert aber fehlende Unterstützung durch die Politik. Leider hat die Politik in der aktuellen Gesetzgebung eher zugunsten des stationären Sektors gehandelt, statt den Niedergelassenen den Rücken zu stärken“, so Gassen. 

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Niedergelassene Ärzte
 

Weitere Nachrichten zum Thema Häufigste Krankheiten

Lungenerkrankungen treten im höheren Lebensalter gehäuft auf. Da die Menschen in Deutschland aber immer älter werden, ist auch eine Zunahme von Erkrankungen der Atemwege zu erwarten. Prognosen sagen daher einen dramatischen Anstieg von Lungenerkrankungen voraus.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.


Wer spät am Abend viel und Schweres isst, schläft schlecht – und umgekehrt. Das ist bekannt. Eine Studie aus den USA an über 400 Frauen zeigt jetzt: Nicht nur der Zeitpunkt des Essens ist entscheidend, sondern auch die grundsätzliche Auswahl. Wer sich also konsequent gesund ernährt, kann dauerhaft leichter ein- und besser durchschlafen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin