. Vorbeugende Maßnahmen

Das raten Experten bei Reisekrankheit

Reisekrankheit kann buchstäblich übel sein. Doch es gibt Hilfsmittel gegen Schwindel, Übelkeit & Co. Manche kosten sogar nichts.
Reiseübelkeit kann die schönste Zeit des Jahres verderben. Manchmal helfen schon kleine Tipps

Reiseübelkeit kann die schönste Zeit des Jahres verderben. Manchmal helfen schon kleine Tipps

Sie schlägt im Auto, in der Bahn, auf dem Schiff oder im Flugzeug zu: die Reisekrankheit. Auslöser ist immer, dass das Gehirn unterschiedliche Signale erhält. Während das Sitzen dem Gehirn Stabilität vermittelt, spürt der Körper die Bewegung. Manche Menschen tolerieren diese widersprüchlichen Informationen nicht und ihnen wird übel. Hinzukommen oft Schwindel, kalter Schweiß und Kopfschmerzen. „Wenn im Gehirn widersprüchlichen Informationen ankommen, springen diese dann auf das vegetative Nervensystem über, das unsere Organe mit steuert“, erläutert Dr. Detlef Weidemann, vom Hessischen Apothekerverband (HAV) die Ursachen der Reisekrankheit.

Mittel gegen Reisekrankheit

Doch es gibt Gegenmaßnahmen. Die erste sollte bereits vor Reiseantritt beherzigt werden: Etwas leichtes essen, damit der Magen etwas zu tun hat. „Ein ganz leerer Magen ist aber ebenso wenig hilfreich wie ein zu voller“, warnt Weidemann. Zudem rät der Apotheker auf Milchprodukte und Alkohol zu verzichten. Wer mit dem Auto reist, sollte möglichst viele Pausen an der frischen Luft einlegen. Im Flugzeug oder bei Busreisen sollte man relativ weit vorne und am Mittelgang sitzen, auf einem Schiff möglichst den unbewegten Horizont anschauen, rät der Experte.

 

Notfalls mit Pflaster hinter dem Ohr

Diese kleinen Hilfsmittel reichen jedoch oft nicht. Empfindliche Menschen sollten sich deshalb besser mit Tabletten, Kaugummis oder Zäpfchen ausstatten, die der Reiseübelkeit vorbeugen. Oft muss man ausprobieren, was einem am besten hilft. In den meisten Fällen bringen die rezeptfreien Mittel rasche Besserung, sie machen jedoch müde. Pflanzliche Arzneimittel haben laut Weidemann diesen Nebeneffekt aber nicht. „Bei starker Reisekrankheit gibt es noch verschreibungspflichtige Pflaster, die mehrere Stunden vor der Reise hinter dem Ohr aufgeklebt werden. Sie eignen sich bei mehrtägigen Reisen wie beispielsweise einer Kreuzfahrt“, empfiehlt Weidemann.

Theoretisch kann jeder Mensch die Reisekrankheit bekommen. Auch Fernfahrer, Piloten, oder Seeleute, die bislang unbehelligt geblieben sind, kann es plötzlich erwischen.  Die Symptome verschwinden meist, wenn die Reise beendet ist. Bei schwerer Seekrankheit können sie jedoch noch Tage anhalten. Blutuntersuchungen zeigen, dass bei Reisekrankheit Stresshormone und das Antidiuretische Hormon ADH ausgeschüttet werden. 

Foto: © Sunny studio - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Reise

| In Japan häufen sich seit einiger Zeit die Infektionen mit Röteln. Das berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin. Vor einer Reise nach Japan sollte daher auf ausreichenden Impfschutz geachtet werden. Schwangere ohne ausreichenden Rötelschutz sollten auf eine Reise verzichten.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Inkontinenz ist bei älteren und pflegebedürftigen Menschen ein häufiges Problem. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Umgang damit jedoch erheblich erleichtern. Ein neuer Ratgeber des Zentrums für Qualität in der Pflege gibt Praxistipps für pflegende Angehörige.
Wer täglich weniger als sechs Stunden schläft oder öfter in der Nacht aufwacht, hat ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und ein metabolisches Syndrom. Das stellten Forscher in einer Studie mit fast 4.000 Teilnehmern fest.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.