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02.02.2021

Das beste „Anti-Aging-Mittel“ ist Bewegung

„Ich bin dem Herzinfarkt davongelaufen“: Diesen Satz sagte der frühere Außenminister Joschka Fischer, nachdem er es geschaffte hatte, in nur einem Jahr 40 Kilo abzunehmen – durch konsequenten Ausdauersport. Eine aktuelle Studie erklärt, warum genau uns Bewegung jung hält: körperlich, geistig und psychisch.
Walking in der Gruppe.

Ausdauersport aktiviert Enzyme, die den Prozess der Zellalterung verlangsamen. Bewegung, die jung hält, kann aber auch ganz unspektakulär sein. Ein Beispiel dafür: Gartenarbeit.

Spezialkissen für knitterfreie Gesichtshaut nach dem Schlaf. Wunder-BHs für ein glatteres Dekolleté. Bio-Cremes gegen Augenringe – auch für Männer. Ein Gesichtsserum, das ein „echter Falten-Killer“ sein soll: Eine ganze Industrie lebt vom alten Menschheitstraum, länger jung zu bleiben. Zwar gilt es unter Pharmazeuten heute als realistisch, dass man Alterserkrankungen mit Medikamenten vorbeugen und so auch das Leben verlängern kann. Weitaus besser als Pillen wirkt jedoch offenbar Bewegung.

Sport: Verjüngende Wirkung lässt sich im Blut messen

Kardiologen vom Uniklinikum Leipzig konnten jetzt zusammen mit Sportwissenschaftlern der Universität Saarbrücken im Rahmen einer Studie zeigen, dass sich die verjüngende Wirkung von Bewegung sogar im Blut messen lässt. Das berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau". Die Teilnehmer der Studie – um die 50, gesund, aber keine Sportskanonen – wurden dafür in Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe durfte weiter ihrem bequemen Alltag nachgehen, eine zweite bekam Training zur Muskelstärkung verordnet und eine dritte Ausdauersport.

 

Ausdauersport aktiviert Anti-Aging-Enzym in den Zellen

Das Ergebnis: Bei den Ausdauersportlern verlängerten sich die sogenannten Telomere. Diese Enzyme dienen Forschern als Anhaltspunkt für das biologische Alter und schützen den DNA-Strang der Chromosomen davor, abgebaut zu werden. Der Ausdauersport, so die Erkenntnis der Wissenschaftler, brachte dieses Enzym in Schwung und verpasste den Zellen dadurch eine Verjüngungskur. Ausdauersport wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen verlangsamt nachweislich den Alterungsprozess von Zellen. Kraftsport dagegen scheint in dieser Hinsicht nutzlos zu sein, heißt es am Uniklinikum Leipzig.

Mit Sport gegen Krebs, Herzinfarkt und Diabetes

 „Um gesund zu altern, ist regelmäßige Bewegung unverzichtbar", bestätigt Ulrich Laufs, Kardiologe am Uniklinikum Leipzig. Körperliche Aktivität senke schon allein das Risiko von gefürchteten Volks- und Alterskrankheit wie Krebs, Herz-Kreislauf-Problemen und Diabetes vom Typ 2.

Gleichzeitig ist körperliche Aktivität aber auch ein wirksames Mittel zur Erhaltung der seelischen und geistigen Gesundheit – erst recht im Alter. So sei Bewegung auch gutes Rezept gegen Depressionen, sagt Laufs. Nach einer aktuellen US-Studie, die im Fachblatt „Neurology" publiziert wurde, verbessert bereits moderates Training bei älteren Erwachsenen die Hirnleistung. Wer sich körperlich fit hält, bleibt also auch geistig länger beweglich.

Bewegung schützt auch vor Demenz und Depressionen

Bewegung Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universitätsmedizin Greifswald haben festgestellt, dass körperliche Fitness und regelmäßiger Sport wahrscheinlich vor Demenzerkrankungen schützen können. Dies ist deshalb besonders interessant, da es gegen Demenzerkrankungen bisher noch keine wirksamen Medikamente gibt. Der Prävention kommt somit eine besondere Bedeutung zu.

Körperlich aktiv gegen das Altern: Auch Gartenarbeit zählt

„Bewegung“ heißt dabei nicht, dass man sich mit überzogenen Ansprüchen oder strapaziösen Sportarten demotiviert oder überfordert. Zusammen mit Gleichgesinnten, sei es in der Herzsportgruppe oder im Wanderverein, fällt dies vielen leichter. Bewegung kann auch bedeuten: Möglichst immer Treppen steigen, tanzen, ein flotter Spaziergang – sogar Gartenarbeit.

Sportliche Senioren: Bis zu vier Jahre längere Lebenserwartung

Einer kürzlich veröffentlichten Meta-Studie zufolge können 70-Jährige, die körperlich regelmäßig aktiv sind, im Vergleich zu Bewegungsmuffeln vier Jahre an Lebenserwartung hinzugewinnen. Dies ergab eine Analyse von 14 Langzeitstudien mit rund 52.000 Senioren.

Foto: AdobeStock/Robert Kneschke

Autor: zdr
Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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