. Diabetes Kongress

Darum müssen Diabetiker früher sterben

Herzschwäche, Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Folgen von Diabetes. Einem 60-jährigen Diabetiker kosten die Folgeerkrankungen mindestens sechs Lebensjahre.
Diabetes senkt die Lebenserwartung

Diabetes senkt die Lebenserwartung: Bewegung ist ein wichtiger Therapiebaustein

Zu viel Zucker im Blut schädigt die Gefäße. Darum haben Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und akute Gefäßverschlüsse: Nach wie vor sterben etwa drei Viertel aller Betroffenen daran, vor allem am Herzinfarkt, gefolgt von Schlaganfall. „Dadurch verliert zum Beispiel ein heute 60- jähriger Mann mit Diabetes im Vergleich zu einem Stoffwechselgesunden im selben Alter sechs Lebensjahre. Bei Herzinfarktpatienten mit Diabetes verkürzt sich die Lebenszeit im Durchschnitt sogar um zwölf Jahre“, berichtete Prof. Nikolaus Marx vom Universitätsklinikum Aachen auf einer Pressekonferenz  im Vorfeld des Diabetes Kongresses.

Hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Umgekehrt kämen Störungen des Glukosestoffwechsels bei über der Hälfte aller Herzkranken vor. „Bei Menschen mit Diabetes und einer schon vorliegenden Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, Nierenschädigungen oder einer Fettstoffwechselstörung ist das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Ereignisse, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sehr hoch“, betonte Marx.  Das gelte insbesondere für Raucher. „Die meisten anderen Menschen mit Diabetes haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko – lediglich einige junge Patienten mit Diabetes Typ 1 können ein niedriges oder mäßig hohes Risiko aufweisen“, so der Kardiologe weiter.

 

Bewegung verbrennt Zucker

Neben Medikamenten ist eine Lebensstiländerung ein wichtiger Baustein in der Diabetestherapie. Dazu zählen Rauchentwöhnung, viele Bewegung und eine mediterrane Diät, die vielfach ungesättigte sowie einfach ungesättigte Fettsäuren enthält. „Menschen mit Diabetes sollten in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt mindestens 150 Minuten pro Woche moderat bis anstrengend körperlich aktiv sein“, sagte Marx. Körperliche Aktivität sorgt nämlich dafür, dass der Zucker verbrannt wird und nicht weiter im Blut zirkuliert.

Wer zum Beispiel viel zu Fuß geht oder Fahrrad fährt, kann seinen Blutzuckerspiegel senken und oft dadurch Medikamente reduzieren. Gleichzeitig sinkt das Risiko für lebensbedrohliche Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Diabetes-Kongress findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2019 im CityCube Berlin statt.

Foto: pixabay 

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Herzinfarkt , Herzinsuffizienz , Schlaganfall
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz- und Gefäßerkrankungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Was bringt Yoga für die Gesundheit? Studien kommen bei dieser Frage zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass Yoga insbesondere auf das Nervensystem, die Beweglichkeit und den Blutdruck positive Effekte haben kann.
Schenken macht Spaß – die meisten Menschen kennen das. Forscher konnten das sogar im MRT bestätigen und die hirnphysiologischen Grundlagen für den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl zeigen.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.