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Darum ist Folsäure in der Schwangerschaft wichtig

Schwangere sollten mindestens bis zur 12. Schwangerschaftswoche Folsäure einnehmen. Diese internationale Empfehlung wurde jetzt durch ein Cochrane-Review bestätigt.
Wenn die Mutter ausreichend Folsäure nimmt, ist das Risiko für einen offenen Rücken klein

Wenn die Mutter ausreichend Folsäure nimmt, ist das Risiko für einen offenen Rücken klein

Schwangeren wird die Einnahme von Folsäure bis zur 12. Schwangerschaftswoche empfohlen. Denn seit langem gilt es als gesichert ist, dass Folsäure das Auftreten von Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen verringert. Dazu gehören die Spina bifida, also ein offener Rücken, bei der eine Öffnung an einem oder mehreren Wirbeln der Wirbelsäule vorliegt, und die Anenzephalie, bei der sich das Kopfende des Neuralrohrs nicht schließt.

Folsäure beugt Neuralrohrdefekten vor

Wissenschaftler haben diese internationale Empfehlung nun noch einmal in einem Cochrane-Review überprüft. Dafür wurden fünf Studien mit 7.391 Schwangerschaften ausgewertet. Die Analyse der Daten zeigte, dass eine tägliche Nahrungsergänzung durch Folsäure in Dosen von 0,36 mg (360 µg) bis 4 mg (4.000 µg) im ersten Schwangerschaftsdrittel tatsächlich vor Neuralrohrdefekten schützt. Darüber hinaus zeigte sich, dass Frauen mit Kinderwunsch schon vor der Schwangerschaft Folsäurepräparte einnehmen sollten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar allen Frauen im gebärfähigen Alter eine regelmäßige Einnahme von Folsäure zusammen mit Eisen.

 

Noch viele Fragen offen

Ob auch anderen Geburtsdefekten wie einer offenen Lippen- und Gaumenspalte oder Fehlgeburten damit vorgebeugt werden kann, lassen die Autoren offen. Hierzu gab es schlicht keine aussagekräftigen Daten.

Offen in dem Review bleibt auch, ob mit 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) die gleiche oder eine noch bessere Wirkung erzielt werden kann. Das Präparat wird in jüngster Zeit als Alternative zu Folsäure vorgeschlagen, da der Großteil des über die Nahrung eingenommenen Folats und der Folsäure zu 5-MTHF verstoffwechselt wird. Bei einigen Frauen ist aufgrund bestimmter genetischer Eigenschaften die Folatkonzentration im Blut verringert. Hierzu seien weitere Studien nötig, erklären die Autoren des Reviews in ihrem Beitrag “Effects and safety of periconceptional oral folate supplementation for preventing birth defects”.

Folat steckt in Grünem Gemüse

Folsäure (eigentlich Folat) ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Das Vitamin B9  kann der Körper nicht selbst bilden, sondern es muss über die Nahrung zugeführt werden. Besonders viel Folsäure enthalten grüne Blattgemüse. Da Schwangere Unmengen davon essen müssten, sollte das Vitamin unbedingt als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. 

Foto: © tiagozr - Fotolia.com

Foto: tiagozr - Fotolia

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
 

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