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Darf’s ein bisschen mehr sein? Hepatitis E-Viren in Leberwurst & Co gefunden

Mittwoch, 11. Mai 2016 – Autor:
Hepatitis E kommt vor allem in Ländern mit geringen Hygienstandards vor. Dass sich die Viren auch in heimischen Wurstprodukten tummeln, haben Reporter vom SWR-Fernsehen aufgedeckt. Der Verzehr kann schlimmstenfalls zum tödlichen Leberversagen führen.
Wurst mit Beigeschmack: Viele Produkte wie Salami, Leberwurst und Schweinemett sind mit Hepatitis E-Viren kontaminiert

Wurst mit Beigeschmack: Viele Produkte wie Salami, Leberwurst und Schweinemett sind mit Hepatitis E-Viren kontaminiert – Foto: monticellllo - Fotolia

Am Donnerstag, den 12. Mai um 22 Uhr wird es richtig unappetitlich. Im SWR-Fernsehen läuft dann eine Reportage über Hepatitis-E-Viren in Wurstprodukten. Leberwurst, Salami, Schweinemett – überall wo rohes Fleisch von Wild und Schwein drin steckt, sind offenbar auch ungebetene Gäste anzutreffen, wie das Magazin "odysso" berichtet. Die Reportage basiert unter anderem auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), wonach jede fünfte Wurst Erbmaterial von Hepatitis-E-Viren enthält. Von 100 Schlachtkörpern seien etwa drei akut infiziert, wird das BfR zitiert. Wird dieses Fleisch dann roh weiterverarbeitet, landet es samt Virus auf dem Teller. Gut durcherhitzte Würste sind laut BfR dagegen keine Gefahr.

Jede fünfte Wurst enthält Spuren von Hepatitis E

In Deutschland ist Hepatitis E relativ selten. Das Virus wird in Ländern mit geringem Hygienestandard in verunreinigtem Trinkwasser oder Lebensmitteln gefunden. Doch die Hepatitis-E-Viren kommen fast in allen deutschen Schweineställen vor. Die SWR-Reporter berichten, dass in manchen Ställen bis zu 90 Prozent der Tiere Antikörper des Virus tragen, sich also in ihrem kurzen Leben bereits infiziert haben. Da Schweine symptomfrei blieben, sei im Schweinestall bislang nicht geforscht worden, so der Bericht.

Dass dies nicht spurlos an den Verbrauchern vorbeigeht, zeigen die kontinuierlich steigenden Fallzahlen in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden dem Robert Koch-Institut über 1.500 Erkrankungen gemeldet.

 

Die Lebererkrankung ist eine Gefahr für den Menschen

Hepatitis E ist der Hepatitis A sehr ähnlich. Menschen mit einem gesunden Immunsystem überstehen eine Infektion meist, ohne es zu merken. Anders sieht es bei Risikogruppen wie Krebspatienten und Transplantierte, aber auch schwanger Frauen aus. Für sie ist eine Hepatitis-E-Infektion alles andere als harmlos. Die Erkrankung kann im schlimmsten Fall zu tödlichem Leberversagen führen.

„Der Fund von Hepatitis-E-Viren in Rohwürsten überrascht uns nicht“, kommentiert Sebastian Joy vom Vegetarierbund Deutschland die SWR-Reportage. „Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen einmal mehr, dass die industrielle Massentierhaltung Leid und Gesundheitsgefahren hervorbringt – auch für die Menschen.“

Foto: © monticellllo - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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