. Innovation in der Pflege

Daniel Bahr besucht das Projekt „Märchen und Demenz“

Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja und die Schauspielerin Mariella Ahrens haben im September 2012 auf dem DEMOGRAFIEKONGRESS in Berlin das Pilotprojekt „Es war einmal … Märchen und Demenz“ von Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur gGmbH vorgestellt. Seit Oktober 2012 sind in zwei Berliner Pflegeeinrichtungen wöchentlich Märchenerzähler zu Gast, die Demenzkranken Märchen in freier Rede vortragen.
Daniel Bahr informiert sich über Projekt Märchen und Demenz

(v.l.) Rosemarie Schulz, Axel Horn, Katarzyna Orlik und Dr. Jochen Schellenberg vom KATHARINENHOF, Minister Daniel Bahr sowie Silke Fischer, Diane Dierking und Marlies Ludwig von MÄRCHENLAND ©Märchenland/Philipp Schumann

Nun informierte sich Gesundheitsminister Daniel Bahr im Pflegeheim „Katharinenhof am Preussenpark“  über den Fortgang. Seit Beginn des Projektes vor knapp sechs Monaten wurde im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung beobachtet, dass Märchenerzählungen auch bei Pflegebedürftigen mit fortgeschrittener Demenz Erinnerungen wecken können. Von einigen der Demenzkranken wurden Textteile mitgesprochen und die demenztypische Unruhe der Patienten konnte kurzfristig gemildert werden.Beim nächsten DEMOGRAFIEKONGRESS am 4. und 5. September in Berlin werden die Ergebnisse offiziell präsentiert.

Aktuell rund 500.000 Demenzkranke in Pflegeheimen

Der Besuch von Daniel Bahr im „Katharinenhof am Preussenpark“ unterstreicht die Bedeutung der Zunahme von Altersdemenz für das deutsche Gesundheitssystem. Aktuell leben rund 500.000 Demenzerkrankte in deutschen Pflegeheimen, aufgrund des demografischen Wandels wird diese Zahl weiter steigen. „Vor allem bei Demenz ist in der Pflege viel Kreativität gefordert“, so Daniel Bahr. Er freue sich über diesen Ansatz und lobte das lokale Netzwerk von Pflege- und Kultureinrichtungen, das im Zuge des Demenzprojektes gebildet wurde.

 

Märchen und Demenz

„Wir wollen durch die Märchenerzählungen nicht nur eine Brücke ins Langzeitgedächtnis (der Demenzkranken) bauen und dem Bedürfnis nach Wiedererkennen entgegenkommen, sondern die Menschen auch aus ihrer Isolation herausführen“, betonte die Direktorin des Deutschen Zentrums für Märchenkultur Silke Fischer beim Besuch von Daniel Bahr.

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Pflege
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.
| Pflegebedürftigkeit ist für viele Menschen mit Scham verbunden. Wie Pflegebedürftige und pflegende Angehörige im Alltag damit umgehen können, zeigt jetzt ein neuer Ratgeber.
| Musikalische Aktivitäten, vor allem das Singen, können bei Demenz-Patienten die kognitiven Fähigkeiten stärken und ihre Stimmung verbessern. Das fanden Forscher der Universität Helsinki heraus. Ihre Studie erschien im Journal of Alzheimer’s Disease.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Mehr als 700 Tonnen Antibiotika werden in Deutschland pro Jahr an Tiere verfüttert. Über das Düngen mit Gülle gelangen die Medikamente dann in die Böden. Biogasanlagen können das offenbar nicht verhindern, wie eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt.
Seit Monaten wird das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) heftig diskutiert. Unter anderem steht die geplante Erhöhung der Mindestsprechzeiten bei niedergelassenen Ärzten in der Kritik. Das Bundesgesundheitsministerium will jedoch daran festhalten.
Bei etwa jedem fünften krebskranken Kind greifen die Standardtherapien nicht. Für diese Kinder soll es bald neue Therapiemöglichkeiten geben. In Heidelberg ging soeben das Forschungsprojekt Compass an den Start.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.