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COVID-19: Krankenhausgesellschaft dementiert Personalengpässe auf Intensivstationen

Genug Intensivbetten, aber nicht genug Personal: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat Stellung zur aktuellen Diskussion Stellung um Personalengpässe auf Intensivstationen genommen. Die Kapazitäten seien gesichert, versichert DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß.
Personalengpässe auf Intensivstationen wird es laut DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß nicht geben

Personalengpässe auf Intensivstationen wird es laut DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß nicht geben

Stell Dir vor, du liegst in einem Intensivbett, aber keiner ist da, um dich zu versorgen. Dieses Horrorszenario könnte Deutschland drohen, wenn die Corona-Fallzahlen weiter so rasant steigen wie augenblicklich. Wiederholt wurde öffentlich angezweifelt, ob die aktuell 7.500 verfügbaren Intensivbetten auch mit ausreichend Personal ausgestattet werden können.

Vor Personalengpässen auf Intensivstationen hatten zuletzt die Deutsche Gesellschaft für Intensivmedizin, die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und weitere Ärztevertreter gewarnt. Nicht fehlende Intensivbetten, sondern Personalmangel werde das Hauptproblem in der Coronakrise, hieß es zusammengefasst.

Am Dienstag hat nun die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG Stellung zur aktuellen Debatte bezogen. „Die aktuelle Diskussion über die Zahl freier Intensivbetten führt zur Verunsicherung in der Öffentlichkeit. Dem müssen wir entschieden entgegentreten“, sagt DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß.

Personal wird von den Normalstationen abgezogen

Er rechnete vor, dass die Vollauslastung der noch verfügbaren 7.500 Betten eine Gesamtbelegung von dann 29.000 Intensiv- und Beatmungsbetten bedeutet. „Das ist eine enorme Herausforderung gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir dann damit rechnen müssen, dass in einem solchen Fall rund die Hälfte aller Betten mit COVID-19 Patienten belegt wäre“, so Gaß. „Das notwendige Personal, um diese Betten umfänglich betreiben zu können, müssen wir dann selbstverständlich auch aus den Normalstationen hinzuziehen.“

Dieser Umstand sei eine Selbstverständlichkeit, die allen Experten immer bewusst gewesen sei. „Niemand hat erwartet, dass die Kliniken für einen solchen Ausnahmezustand allein durch die regelhafte Personalbesetzung der Intensivstationen gerüstet sind.“

Derzeit steigt der Anteil an COVID-19 Patienten auf den Intensivstationen. Dazu sagt Gaß: „Diesen Aufwuchs begleiten wir durch die stufenweise Rückführung des Regelbetriebs auf den normalen Stationen, insbesondere an den Standorten, die durch die Infektionspatienten besonders belastet sind. Deshalb bedeutet auch die Zahl der 7.500 freien Intensivbetten im DIVI-Register selbstverständlich nicht, dass dort das Personal steht und darauf wartet, dass Patienten eingeliefert werden.“

 

Versorgung der Bevölkerung laut Gaß gesichert

Durch eine kontinuierliche standortbezogene Umschichtung von Personal werde man auch den Patienten gerecht, die ebenfalls einen dringenden medizinischen Behandlungsbedarf haben.

„Wir wissen, dass in den kommenden Wochen und Monaten schwierige Zeiten und große Herausforderungen auf die Krankenhäuser und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukommen. Darauf haben wir uns seit dem Frühjahr konsequent vorbereitet“, so Gaß weiter. „Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir den Schutz der Bevölkerung auch in diesem Ausnahmezustand meistern werden.“

Deutschland verfügt momentan über 29.000 Intensivbetten. Hinzu kommt eine eiserne Notfallreserve von rund 12.000 Betten, die ergänzend aufgestellt werden können.

Foto: © Adobe Stock/A stockphoto

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Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Medizin , Gesundheitspolitik
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