Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Covid-19: Kann Sport mildere Verläufe begünstigen?

Vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus kann Sport nicht schützen. Doch kommt es zur Lungenerkrankung Covid-19, kann körperliche Fitness dazu beitragen, den Krankheitsverlauf abzumildern. Das sagt ein Sportmediziner der Universität Paderborn.
Sport, Corona, Covid-19, Immunabwehr

Sport stärkt die Immunabwehr

Sport stärkt das Immunsystem und kann zur Gesundheit beitragen. Doch kann er auch vor einer Corona-Infektion schützen? Experten verneinen das. Doch wer Sport treibt, hat vermutlich größere Chancen, einen milden Verlauf von Covid-19 zu haben. Das erklärt Professor Claus Reinsberger, Neurologe und Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn. „Wenn es zu einer Infektion kommt, ist es vorteilhaft, gesundheitlich und in Bezug auf die eigene Fitness bestmöglich aufgestellt zu sein“, so der Mediziner.

Sport stärkt das Immunsystem

„Die körperliche Leistungsfähigkeit und das Immunsystem zu stärken, ist essentiell – in Zeiten von Corona mehr denn je“, betont Rheinsberger. „Sport erhält nicht nur die Fitness, sondern hilft dem Körper durch seine Wirkung auf die Abwehrkräfte dabei, mit Infektionen besser fertig zu werden.“

Auch für diejenigen, die bislang keinen oder nur wenig Sport betrieben haben, sei es sinnvoll, jetzt mit dem Training anzufangen, so der Experte. Dies gilt allerdings nur, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen.

 

Infektionsrisiko an sich nicht verringert

Rheinsberger betont jedoch, dass das Risko für eine Infektion mit dem Coronavirus durch Sport nicht verringert wird. „Das Virus betrifft fitte und weniger fitte Menschen gleichermaßen – aber die Verläufe sind vermutlich unterschiedlich.“

Eine zentrale Bedeutung kommt Reinsberger zufolge vor allem der Eigenregulation des Immunsystems zu: „Neue Erreger provozieren Immunreaktionen, die in erster Linie dazu dienen, die Viren zu bekämpfen. Im Normalfall wird durch die Mechanismen der Eigenregulation sichergestellt, dass diese Reaktion nicht überschießt. Tut sie das doch, ist der komplette Organismus überlastet. Studien haben belegt, dass durch eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit auch die Prozesse der Eigenregulation optimiert werden. Das Ergebnis: Der Körper kann besser auf Infektionen reagieren.“

Extrembelastungen vermeiden

Der Wissenschaftler rät unter anderem zu Ausdaueraktivitäten wie Joggen: „Eine moderate Intensität ist besonders zu empfehlen. Dabei wird das Immunsystem vermutlich am besten aktiviert. Von Extrembelastungen rate ich allerdings ab.“

Positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und verschiedene Organe wie insbesondere die Lunge werden auch durch die medizinische Forschung bestätigt. Das könnte sich auch bei einer Corona-Infektion als hilfreich erweisen. Rheinsberger verweist ebenfalls auf die positive Wirkung von Sport auf Gehirn und Psyche. In Zeiten der Isolation kann Sport somit auch dazu beitragen, die Stimmung aufrechtzuerhalten.

Foto: © Adobe Stock/Soloviova Liudmyla

Foto: ©Soloviova Liudmyla - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Covid-19

Eine MS-Erkrankung stellt grundsätzlich kein erhöhtes Risiko für Covid-19 bzw. einen besonders schweren Verlauf der Corona-Infektion dar. Anders sieht es aus, wenn Patienten zur Behandlung der Multiplen Sklerose bestimmte Medikamente einnehmen. Auch eine starke Behinderung kann das Risiko erhöhen, bei einer Infektion schwerer zu erkranken.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.


 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin