. Coronavirus

Covid-19 ist fünfmal tödlicher als die Grippe

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie wurde öfter behauptet, die Krankheit sei nicht viel schlimmer als eine Grippe. Das stimmt nicht, sie ist fünfmal tödlicher.
Corona-Patient, Covid-19-Patient

Bei Krankenhaus-Patienten war das Risiko, an Covid-19 zu sterben, fünfmal höher als an Grippe zu sterben

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie wurde öfter behauptet, die Krankheit sei nicht viel schlimmer als eine Grippe. Das stimmt nicht, sie ist fünfmal tödlicher. Das zeigt eine US-Studie von Forschern der Medizinischen Fakultät der Washington University und der US-Gesundheitseinrichtung für Veteranen in St. Louis.

Die Forscher werteten Gesundheitsdaten von 3.641 Patienten aus, die vom 1. Februar bis 17. Juni 2020 mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, sowie von 12.676 Patienten, die vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 mit Grippe ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Das Durchschnittsalter betrug 69 Jahre.

Nieren- und Leberschäden, Herzerkrankungen

Die Covid-19-Patienten benötigten viermal häufiger eine Beatmung und wurden fast 2,5-mal häufiger auf die Intensivstation eingewiesen. Außerdem mussten Covid-19-Patienten durchschnittlich drei Tage länger im Krankenhaus bleiben.

Auch die Grippe greift die Lunge an, doch Covid-19 kann auch andere Organe schädigen. Die Erkrankung war mit einem höheren Risiko für akute Nieren- und Leberschäden sowie Herzerkrankungen, Schlaganfall, schwerer septischer Schock, niedrigem Blutdruck und übermäßiger Blutgerinnung verbunden.

 

Neu auftretender Diabetes bei Covid-19-Patienten

Was noch auffiel: Das Risiko eines neu auftretenden Diabetes bei Covid-19-Patienten war um neun zusätzliche Fälle pro 100 Personen erhöht. "Sie hatten keinen Diabetes, bis sie an Covid-19 erkrankten", sagt Studienleiter Dr. Ziyad Al-Aly  in einer Pressemitteilung.

"Dann stieg ihr Blutzucker an und sie brauchten riesige Dosen Insulin. Ist der Diabetes reversibel oder erfordert er eine langfristige Behandlung? Wird es Typ 1 oder Typ 2 Diabetes sein? Wir wissen es nicht", so der Mediziner.

Covid-19 ist fünfmal tödlicher als die Grippe

Schließlich starben von den 12.676 mit Grippe hospitalisierten Patienten 674 (5,3 Prozent), von 3.641 mit Covid-19 hospitalisierten Patienten starben 676 (18,5 Prozent). Wenn die Forscher Unterschiede in Bezug auf Alter, Rasse, klinische Bedingungen und andere Faktoren bereinigten, starben diejenigen, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren, fast fünfmal häufiger als diejenigen mit Influenza. Covid-19 ist demnach fünfmal tödlicher als die Grippe. Die Studie wurde im Fachmagazin BMJ veröffentlicht.

"Selbst für Menschen, die das Glück haben, die akute Covid-19-Krankheit zu überleben, können sie durch die anhaltenden Auswirkungen ihrer langfristigen klinischen Komplikationen für immer gezeichnet sein. Je mehr wir verstehen, desto besser können wir behandeln", resümierte Al-Aly.

Foto: Adobe Stock/Halfpoint

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Diabetes , Herz-Kreislauf-System , Nieren
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Infektion

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Viele Menschen mit Inkontinenz scheuen sich vor sportlichen Betätigungen. Dabei sind Sportarten mit ruhigen und möglichst gleichmäßigen Bewegungen durchaus für sie geeignet. Durch eine Stärkung des Beckenbodens können sie das Problem sogar vermindern helfen.
Ein Medikament gegen COVID-19 mit durchschlagender Wirkung gibt es nach wie vor nicht. Seit Beginn der Pandemie richteten sich Hoffnungen auf verfügbare antivirale Medikamente wie gegen HIV oder Malaria. Auch der Ebola-Wirkstoff Remdesivir ist darunter. Obwohl der Hersteller dessen Wirksamkeit auch gegen Corona beteuert, entthront jetzt eine MPI-Studie ein weiteres Mal das Präparat.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.