. mRNA-Impfstoff von Curevac

COVID-19 Impfstoff Studie sucht Teilnehmer

Die klinische Studie zur Testung des neuen Curevac-Impfstoffes gegen Covid-19 startet in Deutschland und Belgien. In München werden aktuell noch gesunde Teilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren gesucht.
Impfung gegen COVID-19: Klinische Studie startet in Deutschland, München sucht noch probanden

Impfung gegen COVID-19: Klinische Studie startet in Deutschland, München sucht noch freiwillige Teilnehmer

Vergangene Woche haben das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die belgische Federal Agency for Medicines and Health Products (FAMHP) grünes Licht gegeben: Nun kann die Studie zur Testung des neuen Curevac-Impfstoffes gegen Covid-19 starten. Die Phase-1-Studie wird in Deutschland und Belgien durchgeführt. Die ersten Probanden sollen am Institut für Tropenmedizin in Tübingen, am Tropeninstitut des LMU-Universitätsklinikums München, an der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Gent (Belgien) geimpft werden.

mRNA-Impfstoff aus Tübingen

Bei dem Impfstoff aus Tübingen handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Die messenger RNA ist ein Biomolekül, das die genetische Information der DNA aus dem Zellkern zum Bauplatz der Proteine transportiert. Dank dieser Information werden im Körper die entsprechenden Proteine gebaut. In diesem konkreten Fall nutzt man die mRNA für den Bau eines bestimmten Oberflächenproteins des Coronavirus, das für den Menschen aber ungefährlich ist. Geht alles glatt, springt das Immunsystem darauf an – und der Mensch bildet Antikörper gegen das vermeintliche Virus. Der Vorteil dieser neuer mRNA-Technologie ist, dass nur wenig Material benötigt wird, was den Herstellungsprozess gegenüber herkömmlichen Impfstoffen erheblich beschleunigen würde.

 

168 Probanden werden geimpft

In der Studie geht es primär darum, die Verträglichkeit und Immunantwort des neuen Impfstoffes zu untersuchen und die richtige Dosis zu finden.

Insgesamt werden 168 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren in die Studie eingeschlossen. Um die Verträglichkeit und Immunantwort mit ausreichender Sicherheit zu bestimmen, bekommt ein Teil der Probanden nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo (Kochsalzlösung) verabreicht.

München sucht Erwachsene, die mit dem Coronavirus infiziert waren

Die LMU München sucht aktuell noch freiwillige Teilnehmer, die bereits eine nachgewiesene COVID-19 Erkrankung bzw. SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht haben. Interessenten können sich am Tropeninstitut des LMU Klinikum per Email unter Covid19-Impfstudien@med.uni-muenchen.de melden.Die Studie beinhaltet einen ersten Vorstellungs-Termin, zwei Impftermine und zehn Kontrolltermine innerhalb eines Zeitraumes von 13 Monaten. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Die Entwicklung eines effektiven COVID-19 Impfstoffs gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Bevölkerung gegen die potenziell lebensbedrohliche SARS-CoV-2-Infektion zu schützen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Bund unterstützt das Unternehmen mit 300 Millionen Euro

Der Impfstoff von Curevac gehört zu den aussichtsreichen Impfstoffkandidaten gegen COVID-19. Die Bundesregierung hat zuletzt 300 Millionen Euro in das biopharmazeutische Unternehmen investiert, was als zentraler Schritt zur Umsetzung des Corona-Konjunktur-und Zukunftspakets der Bundesregierung gewertet wird. Der Bund will nach eigenen Angaben aber keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen nehmen.

Foto: © Adobe Stock/Andreas Prott

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Impfen , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema COVID-18-Impfstoff

| Die Firma CureVac in Tübingen ist einer der großen Hoffnungsträger bei der Impfstoffentwicklung gegen das Corona-Virus. Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem Aufsichtsratsmitglied von CureVac, Dr. Friedrich von Bohlen, über die Impfstoffentwicklung bei CureVac, die Produktionskapazitäten zur Herstellung des Impfstoffes und die Chancen der Verfügbarkeit eines mRNA-basierten Impfstoffes im Jahr 2020.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Schenken macht Spaß – die meisten Menschen kennen das. Forscher konnten das sogar im MRT bestätigen und die hirnphysiologischen Grundlagen für den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl zeigen.
Schwangerschaftsdiabetes verläuft oft ohne nennenswerte Symptome. Die Diagnose erfolgt daher meist viel zu spät. Experten fordern ein effektiveres Screening, um die Schwangerschaftskomplikation rechtzeitig aufzudecken.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.