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Coronavirus: Warum die Sterberate in Italien so hoch ist

Italienische Forscher sind der Frage nachgegangen, warum die Sterberate an einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Italien höher ist als in anderen Ländern.
jung und alt, großmutter und enkelin, familie

Ein Grund für die hohe Todesrate könnte im Zusammenleben von Jung und Alt liegen

Forscher vom nationalen Gesundheitsinstitut in Rom gingen der Frage nach, warum die Sterberate an einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Italien höher ist als in anderen Ländern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin JAMA.

Die Sterblichkeitsrate (Case Fatality Rate/CFR) ist der Anteil der Personen, bei denen eine Krankheit diagnostiziert wurde und die an dieser Krankheit sterben.

Coronavirus: Warum die Sterberate in Italien so hoch ist

Warum die Sterberate in Italien so hoch ist: Die CFR für die durch das Coronavirus verursachte Krankheit COVID-19 in Italien gehört zu den höchsten der Welt und betrug zum 17. März 2020 7,2 Prozent. Zum Vergleich: Der CFR in China betrug zum 11. Februar 2020 2,3 Prozent.

Es gibt mehrere Gründe für die Unterschiede. Die CFR für COVID-19 ist bei älteren Menschen viel höher als bei jüngeren. Im Vergleich ist die Bevölkerung Italiens mit 23 Prozent Menschen ab 65 Jahren älter als die Bevölkerung Chinas. Die CFR ist aber bei den unter 70-jährigen in Italien und China ähnlich. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung erklärt also nur einen Teil des Unterschieds.

 

Schwerwiegende Erkrankungen Todesursache

Dazu kommt: Die Definition von COVID-19-Todesfällen ist von Land zu Land unterschiedlich. In Italien wird jeder Todesfall bei einem Patienten mit positivem Test auf SARS-CoV-2 auf COVID-19 zurückgeführt. Nichtsdestotrotz gibt es wahrscheinlich andere Gesundheitsprobleme, die als eigentliche Todesursache gelten könnten.

Die Übersicht über 355 tödliche Fälle zeigte eine hohe Prävalenz von ischämischen Herzerkrankungen (30 Prozent), Diabetes (36 Prozent), Krebs (20 Prozent) und anderen schwerwiegenden Erkrankungen. Das Vorliegen dieser Grunderkrankungen könnte die Zahl der auf COVID-19 zurückgeführten Todesfälle erhöhen.

Eher schwere Fälle getestet

Dazu kommt: Die Teststrategien sind entscheidend für die Berechnung des CFR. Wenn eher schwerkranke Personen getestet und leichte oder asymptomatische Fälle seltener getestet werden, wird die CFR überschätzt. Die Tests in Italien führten zu 19,3 Prozent positiven Fällen, was darauf hindeutet, dass der Schwerpunkt auf Personen mit schwereren Symptomen liegt.

Zwei Bonner Wirtschaftswissenschaftler steuerten auf dem Portal VoxEU.org eine weitere These zu der hohen CFR bei: In Italien gibt es mehr 30 - 49jährige, die mit ihren Eltern in einem Haushalt zusammenleben als beispielsweise in Deutschland. Die Interaktion zwischen den Generationen ist größer, so war es eher möglich, dass das Virus sich unter den Älteren verbreiten konnte.

"Krankenhaus ist kontaminiert"

Ein Bericht von Ärzten aus Bergamo, dem Epizentrum der italienischen Corona-Krise, gibt einen Einblick in die Zustände in norditalienischen Kliniken. Er erschien im Fachmagazin NJEM. "Unser eigenes Krankenhaus ist stark kontaminiert." Krankenhäuser könnten die "Hauptträger" von Covid-19 sein, da sie "schnell von infizierten Patienten besiedelt werden und die Übertragung auf nicht infizierte Patienten erleichtern." Auch Krankenwagen und Personal würden zu Überträgern. "Die Situation hier ist düster, da wir weit unter unserem normalen Pflegestandard arbeiten. Ältere Patienten werden nicht wiederbelebt und sterben ohne angemessene Palliativversorgung allein."

Foto: Adobe Stock/zinkevych

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