. Hände schützen

Coronavirus und Haut: Rissige Hände werden zum Risiko

Gesunde Haut ist die erste Barriere für Viren. Durch häufiges Händewaschen kann die Haut jedoch rissig werden. Das gilt es in Coronazeiten zu beachten.
In Zeiten von Corona sollte man sich „klug“ die Händewaschen. Andernfalls wird eine wichtige Virenbarriere zerstört

In Zeiten von Corona sollte man sich „klug“ die Händewaschen. Andernfalls wird eine wichtige Virenbarriere zerstört

Neben Abstand zu anderen halten ist Händewaschen das Gebot der Stunde. Allerdings können Wasser und Seife die Hände ganz schön strapazieren. Die Haut reißt insbesondere an den Fingergelenken ein und es können kleine Fissuren entstehen. In Coronazeiten kann das zum Risiko werden. Denn die Haut ist die erste Barriere für Viren, auch für Coronaviren.

„Werden die Hände rissig, reduziert sich auch die Schutzfunktion der Haut“, sagt Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin. Daher sei es ratsam, die Hände mehrmals täglich einzucremen und mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Hände feucht halten

Doch nicht jede Creme ist dem Experten zufolge geeignet, etwa solche, die einen hohen Wasseranteil haben. Er empfiehlt Produkte mit Urea, das die Feuchtigkeit in der Haut bindet. „Daneben spenden auch Inhaltsstoffe wie Oliven-, Mandel-, Avocado-Öl und Sheabutter der Haut Feuchtigkeit und machen sie wieder zart. Beruhigend wirken Handcremes, die einen Zusatz von Kamillenextrakt enthalten“, so Altmann.

Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollten Cremes aktuell nicht mit anderen Personen geteilt werden, „weil man nie wissen kann, ob die andere Person sich die Hände vor dem Anfassen der Tube so gründlich gewaschen hat, wie Sie selbst.“

 

Öffentlicher Raum ist kontaminiert

Ist die Haut an den Händen bereits rissig, kann man zum Beispiel Handschuhe tragen, wenn man sich in den öffentlichen Raum begibt, also ins Büro oder einkaufen geht. Doch auch mit Handschuhen gelten die gleichen Regeln wie sonst auch.

Coronaviren können auf Oberflächen wie dem Griff vom Einkaufswagen Stunden bis Tage überleben, ebenso auf Kleidung, Haut und Haaren. Wer damit in Berührung kommt und sich anschließend mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fasst oder sein Essen berührt, kann sich tatsächlich infizieren. Das gilt auch dann, wenn man Handschuhe trägt.

Außerhalb der eigenen vier Wände sollte man deshalb niemals Augen, Nasenlöcher oder Lippen mit den Händen berühren, rät der Virologe Alexander Kekulé  auf seinem Blog "kekule.com". Denn es sind diese Schleimhäute, über die Coronaviren in den Körper eindringen. Und der öffentliche Raum gilt als kontaminiert.

Handgelenke nicht vergessen      

Kekulé rät außerdem, sich beim Nachhause kommen sofort die Hände zu waschen. Dabei komme es weniger auf die Dauer an – empfohlen werden 30 Sekunden - als auf die Gründlichkeit. Gründliches Händewaschen heißt, dass man die Zwischenräume der Finger, den Daumen und das Handgelenk mit einseift. Seife löst die Viren von der Haut und das Wasser spült sie weg. 

Händewaschen nach Schema F – zum Beispiel jede halbe Stunde - macht aus Sicht des Experten keinen Sinn. Vielmehr komme es auf den richtigen Zeitpunkt an und vor allem auf die Regel: Fass Dir nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht.

Foto: © Adobe Stock/Hafiez Razali

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Haut
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Noch im Januar gab es in Deutschland etwa 1400 Ärzte, die ihren Patienten Videosprechstunden anboten – heute sind es fast zehnmal so viele. Jörg Debatin, Berater der Bundesregierung für die Digitalisierung des Gesundheitswesens, spricht in einem Podcast-Interview mit Gesundheitsstadt Berlin über die Frage, wie die Coronakrise Gesellschaft und Gesundheitssektor technisch revolutionieren könnte – und welche Werte dabei zu beachten sind.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.