Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
27.08.2020, aktualisiert: 30.09.2020

Coronavirus: Singen setzt etwas mehr Aerosole frei als Sprechen in gleicher Lautstärke

Beim Singen werden etwas mehr mehr Aerosole frei als beim Sprechen in gleicher Lautstärke. Das Verbreitungsrisiko für das Coronavirus hängt aber vor allem von den Dezibel-Werten ab. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie.
Chor, Chorgesang, Singen, Gesang

Singen ist nicht ansteckender als Sprechen - auf die Lautstärke kommt es an

Nach Berichten über Ansteckungscluster war in den vergangenen Monaten der Chorgesang verboten. Singen galt als Aktivität mit hohem Risiko für die Verbreitung der Coronavirus-Partikel.

Eine britische Studie zeigt nun, dass beim Singen etwas mehr Aerosole frei werden als beim Sprechen mit der gleichen Lautstärke. Es kommt aber vor allem auf die Dezibel-Werte an. Die Ergebnisse wurden auf ChemRxiv veröffentlicht.

Aerosole und Tröpfchen in OP-Saal gemessen

Die Messungen wurden in einer sterilen Umgebung - in einem Operationssaal - durchgeführt. Untersucht wurde die Menge an Aerosolen und Tröpfchen (bis zu 20 µm Durchmesser), die von einer Gruppe von 25 professionellen Sängern erzeugt wurde.

Diese führten eine Reihe von Übungen aus. Sie atmeten und husteten in einen Trichter und sangen und sprachen "Happy Birthday" zwischen den Dezibelbereichen 50-60 dB, 70-80 dB und 90-100 dB.

 

Beim Singen etwas mehr Aerosole als beim Sprechen in gleicher Lautstärke

Die Forscher stellten fest, dass die Aerosol-Menge mit zunehmender Lautstärke sowohl beim Singen als auch beim Sprechen um den Faktor 20-30 ansteigt. Das Singen erzeugte dabei 1,5-3,4 mal mehr Aerosole als das Sprechen mit der gleichen Lautstärke.

Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Aerosol-Produktion zwischen den Geschlechtern oder zwischen verschiedenen Genres (Chor, Musiktheater, Oper, Chor, Jazz, Gospel, Rock und Pop), heißt es weiter in einer Pressemitteilung der University of Bristol.

Ausschlaggebend ist die Lautstärke

Sprechen und Singen könnten hinsichtlich der Corona-Schutzmaßnahmen ähnlich behandelt werden, folgerten die Forscher. Ausschlaggebend sind vor allem die Lautstärke, die Anzahl der Teilnehmer, die Luftzirkulation im Raum und der Zeitraum, in dem die Darsteller vokalisieren.

Das Forschungsprojekt wurde von Public Health England und dem Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport unterstützt und durchgeführt von einem Team des Imperial College London, der Universität Bristol, des Wexham Park Hospital, des Lewisham and Greenwich NHS Trust und des Royal Brompton Hospital.

Foto: Adobe Stock/hayo

Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

Eine permanente Erneuerung der Raumluft durch Lüftungsanlagen verringert die Gefahr infektiöser Aerosole stärker als manuelles Lüften, sagt der Berliner Aerosolforscher Martin Kriegel. Weil die meisten Menschen kein Gefühl dafür hätten, wann Raumluft verbraucht ist, gelte: Es muss viel öfter gelüftet werden, als man denkt.

18.05.2020, aktualisiert: 31.07.2020

Geschlossene Räume wie beispielsweise in Restaurants gelten als besonders gefährlich für die Übertragung von SARS-CoV-2. Auch ausreichend Abstand ändert daran möglicherweise nicht viel. Forscher machen Aerosole, winzig kleinen Schwebeteilchen in der Luft, für die hohe Ansteckungsgefahr verantwortlich.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin