Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Coronavirus haftet auch an glatten Flächen

Eine in der Fachzeitschrift Jama veröffentlichte Studie untersuchte, wie sich das Corona-Virus in einer Krankenhausumgebung ausbreitet. Ergebnis: Es haftet auch auf glatten Flächen.
Krankenhauszimmer, krankenbett

Auch auf glatten Flächen eines Krankenhauszimmers kann sich das Coronavirus anhaften

Eine in der Fachzeitschrift Jama veröffentlichte Studie untersuchte, wie sich das Coronavirus in einer Krankenhausumgebung ausbreitet. Ergebnis: Es haftet auch auf glatten Flächen in einem Krankenhauszimmer.

Getestet wurden die Räume von drei Patienten, die vom 24. Januar bis 4. Februar 2020 in Singapur in einer Klinik isoliert wurden, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. An 26 Punkten wurden Oberflächenproben entnommen.

Zwei Wochen lang Proben gesammelt

Die Proben wurden an 5 Tagen über einen Zeitraum von 2 Wochen gesammelt. In einem Patientenzimmer wurde vor der routinemäßigen Reinigung und in zwei Patientenzimmern nach der routinemäßigen Reinigung Proben genommen. Es wurden sterile vorbefeuchtete Tupfer verwendet.

Proben von der Schutzausrüstung der an der Behandlung beteiligten Ärzte wurden ebenfalls gesammelt. Zweimal täglich wurden vielfrequentierte Flächen mit 5000 ppm Natriumdichlorisocyanurat gereinigt. Der Boden wurde täglich mit 1000 ppm Natriumdichlorisocyanurat gereinigt.

 

Coronavirus haftet auch an glatten Flächen

Das Zimmer von Patient A wurde an den Tagen 4 und 10 der Krankheit beprobt, während der Patient nach routinemäßiger Reinigung noch Symptome zeigte. Alle Proben waren negativ. Patient B war am 8. Tag symptomatisch und am 11. Krankheitstag asymptomatisch. Die an diesen 2 Tagen nach der routinemäßigen Reinigung entnommenen Proben waren negativ.

Bei Patient C, dessen Proben vor der routinemäßigen Reinigung entnommen wurden, fanden sich positive Ergebnisse an 13 von 15 Stellen im Raum, einschließlich der Belüftungsgitter sowie an 3 von 5 Stellen in der Toilette (Toilettenschüssel, Waschbecken und Türgriff). Das heißt, das Virus haftet auch auf glatten Flächen – und es kann möglicherweise über Exkremente übertragen werden.

Schutzkleidung wurde negativ getestet

Die Schutzkleidung der Ärzte wurde negativ getestet. Nur auf einem Schuh fand sich eine positive Probe. Das Risiko einer Übertragung durch kontaminiertes Schuhwerk sei aber wahrscheinlich gering, was sich in negativen Ergebnissen im Vorraum und im sauberen Korridor zeigte, so die Forscher.

Die Luftproben waren negativ. An den Luftauslassöffnungen genommene Proben wurden aber positiv getestet, was darauf hindeutet, dass kleine virusbeladene Tröpfchen sich durch die Luft bewegen und durch das Lüftungssystem verbreiten könnten.

Umgebung deutlich kontaminiert

Dass Proben von Toilettenschüsseln und Waschbecken positiv waren, deutet darauf hin, dass die Virusausscheidung im Stuhl ein potenzieller Übertragungsweg sein könnte. Die Proben nach der Reinigung waren negativ, was darauf hindeutet, dass die angewendeten Dekontaminierungsmaßnahmen ausreichend waren.

Fazit: Die Umgebung eines mit Sars-CoV-2-infizierten Patienten war durch Atemtröpfchen und Kotspuren deutlich kontaminiert. Das unterstützt die Notwendigkeit einer strikten Einhaltung der Hygiene. Weitere Studien seien erforderlich, um die vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen.

Foto: Adobe Stock/navee

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin