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Coronavirus Experte Drosten warnt in Illner Talk vorm Rauchen

Deutschland steht vor einer Coronavirus Epidemie und die Bevölkerung fragt sich, wie sie sich vor dem Virus schützen kann. Der Virologe Christian Drosten nennt bei Maybrit Illner das Rauchen als besondere Gefahr für schwere Krankheitsverläufe. Die deutschen Behörden haben dieses Risiko allerdings bisher nicht auf dem Schirm.
Virologe Christian Drosten bei Maybrit Illner: Bei Rauchern verlaufen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus schwerer.

Virologe Christian Drosten bei Maybrit Illner: Bei Rauchern verlaufen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus deutlich schwerer.

In Deutschland wurden bislang 26 Fälle einer SARS-CoV-2-Infektion bestätigt (RKI Stand: 27.02.2020). Bei den jüngsten Fällen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind die Infektionsketten bislang nicht erklärbar. Das ist eine neue Dimension. Inzwischen musste auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingestehen, dass eine Coronavirus-Epidemie in Deutschland unausweichlich ist. Doch ist Deutschland auf so ein Ereignis wirklich vorbereitet? Und ist die Bevölkerung ausreichend aufgeklärt, wie sie sich schützen kann?  

Kritik an lauwarmen Informationen

Darum ging es im Polit-Talk von Maybrit Illner am Donnerstagabend im ZDF. Fernseharzt Johannes Wimmer kritisierte die Kommunikationspolitik der Bundesregierung scharf. Es werde so getan, als werde die Epidemie im Ärmel entschieden, sagte er mit Blick auf den behördlichen Ratschlag, Husten- und Niesetikette einzuhalten und Abstand zu Erkrankten zu halten. „Die Behörden geben nur lauwarme Informationen preis“, kritisierte er. Und: Sie haben die Situation unterschätzt.

Der Virologe Christian Drosten war sichtlich genervt von der aufgeregten Debatte, nahm die Behörden in Schutz: „Die tun genau das Richtige“, sagte er. Eine Pandemie sei immer ein Ausnahmezustand, „da geht es immer um Improvisation.“

 

Virologe sagt, es wird schlimm werden

Drosten hatte das Sars-Virus mit entdeckt und Ende 2019 einen Labortest für das neuartige Coronavirus entwickelt. Der Virologe von der Charité prophezeite, dass Deutschland mit einer hohen Zahl an Coronavirusinfektionen rechnen muss. Da sich das Virus im Rachen vermehre, sei es wesentlich ansteckender als sein verwandter Sars. „Es wird schlimm werden“, warnte er. Nur wenn es gelänge, die Infektionswelle zeitlich auf etwa zwei Jahre zu strecken, bliebe Deutschland schlimmeres erspart. Ob das gelingt, wisse man nicht.

Was man allerdings jetzt schon weiß: In China stecken sich viel mehr Männer an als Frauen. Ein Aspekt, der bisher kaum hinterfragt wurde. Dabei gibt es eine Erklärung, die nicht ganz unwichtig für die deutsche Bevölkerung ist. „In China sind es die Männer, die rauchen“, sagte Christian Drosten. Rauchen erhöhe zudem das Risiko für schwere Verläufe, wie man in China gut sehen könne. „Darum wäre jetzt ein guter Zeitpunkt mit dem Rauchen aufzuhören.“

Rauchen erhöht Risiko für schwere Krankheitsverläufe

Auch wenn der Virologe die Behörden in Schutz nahm und die Kritik an deren lauwarmer Informationspolitik zurückwies, die Gefahr des Rauchens hat bisher keine offizielle Stelle auf dem Schirm.

Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) stehen gerade mal zwei Sätze: „Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene, sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.“

Etwas ausführlicher informiert das Robert Koch-Institut (RKI) über persönliche Schutzmaßnahmen. Doch ein Hinweis aufs Rauchen ist auch hier nicht zu finden, ebenso wenig taucht dazu etwas auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums auf. Selbst Drosten musste eingestehen, dass übers Rauchen in Zusammenhang mit dem Coronavirus bislang wenig geredet worden sei. Dabei sind es genau solche praktischen Informationen, die den Bürgern jetzt helfen, sich vor einer schweren Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

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