Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.04.2020

Corona: Virologen erforschen Infektionsketten in Heinsberg

Das Land Nordrhein-Westfalen startet mit dem Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn ein Corona-Forschungsprojekt. Ein Team von 20 Mitarbeitern erforscht die Infektionsketten in Heinsberg.
Kreis Heinsberg

Virologen erforschen die Coronavirus-Ansteckungswege im Kreis Heinsberg

Das Land Nordrhein-Westfalen startet mit dem Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn ein Corona-Forschungsprojekt. Der Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Bonn, Prof. Hendrik Streeck, erforscht mit einem Team von 20 Mitarbeitern, vor allem studentischen Hilfskräften, systematisch die Infektionsverläufe im Kreis Heinsberg.

Sein Wissenschaftsteam befragt Patienten und erhebt Daten, um mögliche Kausalketten mit Vorerkrankungen zu erfassen und hieraus Präventionsempfehlungen für die deutsche und europäische Bevölkerung zu generieren.

Corona: Virologen erforschen Infektionsketten in Heinsberg

In Heinsberg waren die ersten Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen aufgetreten, und der Kreis gilt mit dem bisher größten Cluster an Infizierten daher auch als Epizentrum in Deutschland. Die Verläufe des Infektionsgeschehens dort können Antworten und Erkenntnisse für ganz Deutschland liefern. Daher erforschen Virologen dort die Infektionsketten.

Die Landesregierung finanziert die "Covid-19 Case-Cluster-Study". Das Forschungsprojekt ist für einen Zeitraum von zunächst vier Wochen angelegt. Ziele der Studie sind unter anderem die Bestimmung der Dunkelziffer von SARS-CoV-2-Infizierten und derjenigen, die bereits eine Infektion durchgemacht haben, um so eine vollständige Erhebung der Belastung des Kreises Heinsberg mit Covid-19 zu schaffen.

 

Kann sich das Virus über Gegenstände übertragen?

Dazu erfolgt unter anderem die Befragung und Erfassung der bereits bestätigten Fälle sowie derer in häuslicher Gemeinschaft in Quarantäne lebender Familienmitglieder.

Durch virologische Diagnostik, auch des Lebensumfeldes, sowie mittels einer Fragebogenstudie soll bewertet werden, inwieweit die durchgeführten Tests richtig waren, und wie sich das Virus über Luft, über Oberflächen, Bedarfsgegenstände, Lebensmittel und Wasser gegebenenfalls übertragen kann.

Präventionsempfehlungen geben

Zusätzlich sollen die Probanden im Hinblick auf Vorerkrankungen und Kausalketten (Reise, Nahrung, Tierkontakt) befragt werden, um hieraus Präventionsempfehlungen für die deutsche und europäische Bevölkerung zu entwickeln. Prof. Hendrik Streeck: "In dieser Situation sehe ich die Aufgabe der Wissenschaft schnell Fakten zu schaffen. Der Kreis Heinsberg stellt eine ideale Situation dar, Antworten für den Rest von Deutschland zu finden."

Die Arbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Heinsberg und dem Landrat des Kreises, Stephan Pusch. An der Studienplanung und -durchführung sind außerdem der Leiter des Instituts für Hygiene, Prof. Martin Exner, und Prof. Gunther Hartmann, der mit dem Exzellenzcluster "ImmunoSensation" immunologische Aspekte der Studie unterstützt, beteiligt.

Foto: Adobe Stock/Thomas Reimer

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

31.03.2020

Ladenkassen sind Nadelöhre: Kunden kommen anderen Kunden und dem Kassenpersonal unvermeidlich nahe. Man muss mit Bargeld oder Bezahlterminals umgehen, die schon viele vor einem berührt haben. Was man beim Einkaufen oder am Geldautomaten tun kann, um möglichst kontaktarm und hygienisch zu bezahlen oder Geld abzuheben.

05.04.2020, aktualisiert: 06.04.2020

Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.

22.04.2020

Keine Wartezeit – und so gut wie keine Ansteckungsgefahr für andere: Im Berliner Bezirk Neukölln können Personen mit Erkältungssymptomen und Verdacht auf eine Corona-Infektion jetzt in einer Open-Air-Teststation einen Schleimhautabstrich machen lassen. Die Teststation soll Gesundheitsamt, Kliniken und Arztpraxen entlasten. Möglich sein sollen mehrere hundert Tests am Tag.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin