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08.06.2020

Corona-Prämie: Die meisten Länder stocken auf

1.500 Euro Corona-Prämie sollen Beschäftigte in der Altenpflege erhalten – zwei Drittel davon aus den Pflegekasen, ein Drittel von den Bundesländern. Mittlerweile haben die meisten Länder ihren Anteil zugesagt. Dennoch sind viele Regelungen noch unklar.
Pflegekräfte, Corona-Prämie

Während der Corona-Pandemie sind Pflegekräfte besonderen Belastungen ausgesetzt. Eine Corona-Prämie soll dem nun Rechnung tragen.

Schlechte Bezahlung, Fachkräftemangel und unzureichende Arbeitsbedingungen: Dieser fatale Kreislauf in der Pflege wird seit Jahren in Kauf genommen, ohne dass sich etwas ändert. Die Corona-Pandemie hat die Strukturprobleme nun überdeutlich gemacht. Spätestens jetzt wird den meisten Menschen bewusst, wie wichtig unsere Pflegekräfte sind.

Um dieser Erkenntnis auch finanziell Ausdruck zu verleihen und die Pflegekräfte wenigstens ein bisschen zu unterstützen, hat der Bundesrat am 15. Mai 2020 im Rahmen des zweiten Bevölkerungsschutzgesetzes beschlossen, Fachkräften in der Altenpflege eine einmalige Corona-Prämie zukommen zu lassen. Altenpfleger/innen sollen demnach einmalig eine Prämie von bis zu 1.500 Euro erhalten sollen – 1.000 Euro übernehmen die Pflegekassen, 500 Euro sollen Länder oder Arbeitgeber beisteuern.

Keine Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäusern

Obwohl die Entscheidung allgemein begrüßt wurde, bliebt zunächst ungeklärt, wer für die 500 Euro Aufstockung aufkommen würde. Eigentlich sollten sich die Arbeitgeber beteiligen, doch bisher scheinen die Kosten bei den Ländern hängen zu bleiben. Die genauen Regelungen sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Kritik gibt es vor allem daran, dass Pflegekräfte in Krankenhäusern leer ausgehen – und das, obwohl sie ebenfalls stark durch die Krise belastet sind. Mittlerweile sind Tausende von Pflegekräften und Ärzten mit SARS-CoV-2 infiziert. Einige Krankenhäuser haben nun erklärt, dass sie ihrem Pflegepersonal freiwillig einen Bonus zahlen wollen.  

 

Berlin geht Sonderweg bei Corona-Prämie

Unklar ist bisher auch, wann die Prämie ausgezahlt werden soll. Nur in Bayern sind bereits Gelder geflossen. In Berlin gibt es eine ganz andere Regelung als in den anderen Ländern. Hier sollen auch Polizisten im Außendienst, Erzieher/innen im Kita-Notbetrieb und Mitarbeiter/innen von Kliniken eine Prämienzahlung bis zu 1.000 Euro erhalten. Ebenfalls bedacht werden sollen Beschäftigte des Justizvollzugs, Rettungskräfte der Feuerwehr, der Gesundheits- und Ordnungsämter, von Schulhorten und Jobcentern.

Foto: Adobe.Stock / alex.pin

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