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15.10.2020

Corona-Patienten sind deutlich länger krankgeschrieben

Corona-Patienten sind deutlich länger krankgeschrieben. Erwerbstätige, die im Frühjahr 2020 wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden, wiesen auch nach der stationären Behandlung lange krankheitsbedingte Fehlzeiten auf.
Corona-Patient, Covid-19-Patient

Wer mit Covid-19 im Krankenhaus lag, ist danach länger krankgeschrieben als andere Patienten

Corona-Patienten sind deutlich länger krankgeschrieben: Erwerbstätige, die im Frühjahr 2020 wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten, wiesen auch nach der stationären Behandlung lange krankheitsbedingte Fehlzeiten in ihren Betrieben auf.

Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). So lag der Krankenstand der betroffenen Beschäftigten in den ersten zehn Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt mit 6,1 Prozent deutlich höher als bei der nicht infizierten Vergleichsgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur (2,8 Prozent).

Weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen

Zwischen dem 1. März und dem 21. April 2020 mussten von den insgesamt 27.300 AOK-versicherten Beschäftigten wegen einer nachgewiesenen SARS‑CoV-2-Infektion mehr als 3.700 Personen (13,6 Prozent) stationär behandelt werden.

"Die Daten zeigen, dass in der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020 nur verhältnismäßig wenige arbeitsunfähige Erwerbstätige aufgrund einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten. War jedoch ein Krankenhausaufenthalt notwendig, ergaben sich auch weitere schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die über die akute Erkrankung hinausgingen", sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, in einer Pressemitteilung.

 

Hohe Sterblichkeit bei einem Durchschnittsalter von 47

Die gravierenden Auswirkungen der Erkrankung zeigen sich auch in der hohen Sterblichkeitsrate der stationär behandelten Beschäftigten, die im Beobachtungszeitraum bei 3,3 Prozent lag. "Angesichts der Tatsache, dass hier AOK-versicherte Erwerbstätige mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 47 Jahren betroffen sind, ist die hohe Sterberate durchaus besorgniserregend", so Schröder.

Beobachtet man ausgehend von der Krankschreibung das AU-Geschehen in den nachfolgenden zehn Wochen, lag der Krankenstand für diese Gruppe bei 3,5 Prozent. In der Gruppe der AOK-Mitglieder ohne Covid-19-Erkrankung war dagegen im Vergleichszeitraum ein Krankenstand von nur 2,6 Prozent zu verzeichnen.

Corona-Patienten sind deutlich länger krankgeschrieben

Corona-Patienten sind deutlich länger krankgeschrieben: Innerhalb von zehn Wochen fehlten die von Covid-19 betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach der Krankenhausentlassung im Durchschnitt 13,5 Tage pro Fall, die nach Alter und Geschlecht vergleichbare Gruppe dagegen nur 9,4 Tage.

Aufgrund von Infektionen oder Atemwegserkrankungen, die vermutlich im Covid-19-Zusammenhang stehen, fehlten diese Beschäftigten in den ersten zehn Wochen nach dem stationären Aufenthalt gut siebenmal so lange wie die Vergleichsgruppe ohne SARS-CoV-2-Infektion, aufgrund von psychischen, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen etwa dreimal so lange.

Unwohlsein und Ermüdung

Unter den Atemwegserkrankungen sticht dabei auf Ebene der Einzeldiagnosen die Lungenentzündung (Pneumonie) hervor: Im Vergleich zu den Erwerbstätigen, die nicht von Covid-19 betroffen waren, führte sie bei den Beschäftigten mit SARS-CoV-2-Infektion zu 130-mal so vielen Arbeitsunfähigkeitstagen.

Bei den psychischen Erkrankungen kam es aufgrund der Diagnose "Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen" zu gut dreimal so vielen Arbeitsunfähigkeitstagen. Zusätzlich fallen die Einzeldiagnosen "Unwohlsein und Ermüdung" sowie "Störungen der Atmung" durch 12- beziehungsweise 17-mal so hohe Fehlzeiten im Vergleich zu den Beschäftigten ohne Covid-19-Erkrankung auf.

Foto: Adobe Stock/Halfpoint

Foto: ©Halfpoint - stock.adobe.com

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
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