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06.12.2020

Corona-Massenimpfungen: Jens Spahn rechnet mit Start bis Sommer 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn glaubt, dass bis zum Sommer Massenimpfungen gegen das Coronavirus möglich sind. Wenn alles gutgeht, könnte dadurch im Herbst / Winter 2021 eine Herdenimmunität aufgebaut sein, so dass Kontaktbeschränkungen dann nicht mehr nötig sein würden.
Massenimpfungen gegen Corona

In sogenannten Impfzentren könnten Tausende Patienten täglich geimpft werden

Bis zum Sommer des kommenden Jahres soll es Massenimpfungen gegen SARS-CoV-2 in Deutschland geben. Damit rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird“, so Spahn am Samstag gegenüber dem Nachrichtenportal "t-online". Nach derzeitigem Wissensstand gehe er davon aus, dass „wir im Sommer auch flächendeckend in den Arztpraxen impfen können.“

Wer zuerst geimpft werden soll, muss noch geklärt werden

Insgesamt gebe es fünf Kandidaten, die „mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit“ bis zur Jahresmitte zugelassen werden. Dies sind neben Produkten von Biontech und Moderna auch die Impfstoffe von Curevac, Astra Zeneca und Johnson & Johnson.

Viele Menschen könnten allerdings bereits im Frühjahr geimpft sein, so Spahn. Bis Ende März seien für Deutschland 11 Millionen Dosen allein von Biontech realistisch. Auf die Frage, wer zuerst geimpft werde, antwortete Spahn: „Das klären wir in den kommenden Wochen auf Basis der Expertenempfehlungen. Wir müssen die Balance zwischen ethischem Grundsatz und Praktikabilität finden.

 

Suche nach Impf-Helfern schwieriger als gedacht

In Berlin soll in sechs Zentren geimpft werden. Für Pflegeheime soll es zusätzlich mobile Impfteams geben. Insgesamt, so der Plan, wird es auf diese Weise zumindest technisch möglich sein, 20.000 Dosen täglich zu verabreichen. Standorte sind neben der Arena die Messehalle 11 in Charlottenburg, die ehemaligen Flughäfen Tegel und Tempelhof, das Velodrom in Pankow sowie das Erika-Hess-Eisstadion in Mitte.

Allerdings werden noch 3000 Helfer gebraucht: Ärzte, Praxishelfer, Sanitäter, Techniker, Wachleute. Vor allem niedergelassene Ärzte zu finden, stellt sich jedoch als gar nicht so einfach heraus. Schließlich bleibt die die eigene Praxis während der Arbeit in den Impfzentren ja zu. Dennoch haben sich 200 Ärzte schon freiwillig für Impfdienste gemeldet.

Helfen werden auch Fachleute des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Malteser, der Johanniter und der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Ob bis Mitte Dezember das nötige Personal für die Impfungen vorhanden sein wird, steht jedoch noch nicht fest.

Herdenimmunität im Herbst möglich

In Brandenburg wurden elf Impfzentren festgelegt. Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen in den nächsten Wochen geeignete Immobilien benennen. Mittlerweile haben sich laut Kassenärztlichen Vereinigung über 400 Ärztinnen und Ärzte bereit erklärt, in den Impfzentren mitzuhelfen.

Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft erklärte gegenüber der Märkischen Oderzeitung: „Meine Hoffnung ist, dass wir spätestens im Herbst/Winter 2021 eine Herdenimmunität erreicht haben und nicht länger auf Eindämmungsmaßnahmen zurückgreifen müssen“.

Es werde sicher eine Phase geben, in der parallel auf Schutzmaßnahmen noch nicht verzichtet werden könne, betonte er. „Das wird insbesondere für Alltagsmasken gelten. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger werden wir andere Maßnahmen brauchen.“ Jens Spahn erklärte auf die Frage, ob Deutschland im nächsten Herbst 2021 mit dem Gröbsten durch sei: „Wenn möglichst viele das Impfangebot wahrnehmen: ja.“

Foto: Adobe Stock / Studio Romantic

Autor: anvo
Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
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