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Corona-Krise macht Depressive noch depressiver

Die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie machen etwas mit unserer Psyche. Besonders Depressionen haben stark zugenommen, wie Forscher in einer Studie herausgefunden haben.
Studie: Depressionen haben sich unter den Corona-Kontaktbeschränkungen verschlimmert

Studie: Depressionen haben sich während der Corona-Krise verschlimmert

Kontaktbeschränkungen, Quarantäne, Beinahestillstand des öffentlichen Lebens: Die Corona-Krise geht buchstäblich an die Nerven. Menschen, die ohnehin zu depressiven Verstimmungen neigen, scheinen besonders gefährdet zu sein, dass sich ihre Symptome verschlimmern. Das legt eine Studie der Privaten Hochschule Göttingen nahe. 2.000 Menschen unterzogen sich dafür bislang einem psychologischen Test. Eine erste Analyse der erhobenen Daten lässt bereits einen deutlichen Trend erkennen: Demnach haben sich die schweren Symptombelastungen bei Depressivität verfünffacht – im Vergleich zu vorausgegangen Untersuchungen, einer sogenannten Normierungsstichprobe.

Psychische Belastungen sind „erheblich“

„Zu Beginn der Pandemie haben wir mit einem Anstieg psychischer Belastung durch die Beschränkungsmaßnahmen gerechnet. Jetzt deutet sich an, dass diese erheblich sein könnten“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Youssef Shiban. „Wir sehen eine Verfünffachung des Anteils an schwerer Symptombelastung im Vergleich zur Norm.“

Ein ähnlicher Trend zeichnet sich demnach auch für andere psychische Störungen ab. Bei Essstörungen erkennen die Forscher ebenfalls einen deutlichen Zuwachs an einer mittleren und schweren Symptombelastung.

Auswirkungen könnten bestehen bleiben

Die zur Eindämmung von Covid-19 eingeführten Maßnahmen könnten somit mit erheblichen Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden verbunden sein, meint Psychologe Shiban. „Diese Auswirkungen werden höchstwahrscheinlich weit über die akute Krise hinweg bestehen bleiben.“

Die Studie führt sowohl einen innerdeutschen Vergleich zwischen den verschiedenen Bundesländern als auch einen internationalen Vergleich mit den Ländern Kanada und Norwegen durch. Da es sich um eine laufende Studie und somit um vorläufige Daten handelt, sind die Ergebnisse vorerst als Trend zu interpretieren.

Die Forscher wollen mit der Erhebung nicht nur das psychische Befinden der Bevölkerung während der Covid-19-Pandemie dokumentieren. Sie wollen auch die belastenden Faktoren und den Einfluss von Resilienzfaktoren untersuchen. So gibt es auch Menschen, die an Krisen wachsen und innerlich noch stärker werden. Aus den Erkenntnissen könnten dann Strategien abgeleitet werden.

Foto: © Adobe Stock/zinkevych

Autor: ham
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