Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Corona-Kommentar

Donald Trump lockt die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac mit viel Geld, exklusiv für die USA einen Impfstoff zu entwickeln. China droht, keine Medikamente mehr in die USA zu liefern. Indien verhängt Exportbeschränkungen für Antibiotika. Und die innereuropäische Solidarität ist erbärmlich. Wo soll das hinführen?

Dr. Franz Dormann

Solidarität ist die stärkste Waffe gegen das Coronavirus. Davon ist in der internationalen Politik wenig zu spüren. Stattdessen droht die Saat des Nationalismus ausgerechnet in einer Jahrhundertkrise aufzugehen, der möglicherweise ersten Pandemie seit der Spanische Grippe von 1918 mit Millionen Toten weltweit.

Erfolgversprechende Therapieansätze gegen die neue Lungenerkrankung Covid-19 brauchen vor allem eines: Daten, Daten, Daten. Die weltweit führenden Virologen stellen selbstverständlich eigene Daten Kollegen in anderen Ländern zur Verfügung. Begierig wird jede neue Studie gelesen auf der Suche nach neuen oder experimentellen Therapieansätzen. Es wird weltweit und rund um die Uhr geforscht. Die Einsatzbereitschaft ist enorm.

Und die Politik? Es ist eine Schande, dass vor allem die USA und China diese Bedrohung für Millionen Menschen für nationale Narrative nutzen. China macht mit kruden Theorien die USA für den Corona-Ausbruch verantwortlich. Nach Ansicht des US-Präsidenten ist China allein verantwortlich für den weltweiten Ausbruch und die Europäer haben bei der Eindämmung versagt. Beide Länder verschwenden ihre Zeit mit Schuldzuweisungen. Das ist leider systemimmanent bei Nationalisten.

Und die Europäer? Jetzt, wo es wirklich darauf ankommt, innereuropäische Unterstützung zu organisieren und sinnvolle Absprachen etwa bei der Beschaffung von Schutzmasken und Beatmungsgeräten herbeizuführen, ist davon wenig zu spüren. Die Menschen in der EU werden lange im Gedächtnis behalten, wer sich in Europa unterstützend oder weniger unterstützend verhalten hat. Die Pandemie ist für die EU die größte Belastungsprobe ihres Zusammenhalts. Man kann nur hoffen, dass die EU jetzt erkennt, worauf es ankommt.

Dr. Franz Dormann
Geschäftsführer Gesundheitsstadt Berlin


Foto: Gesundheitsstadt Berlin

Autor: gsb
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin