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Corona-Infektionen: Studie ermittelt Dunkelziffer bei Kindern

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
Studie aus Bayern zeigt: In der zweiten Welle waren dreimal mehr Kinder mit SARS-CoV-2 infiziert als bekannt

Studie aus Bayern zeigt: In der zweiten Welle waren dreimal mehr Kinder mit SARS-CoV-2 infiziert als bekannt

Über die Dunkelziffer von Corona-Infektionen kursieren die unterschiedlichsten Spekulationen. Sie reichen von Faktor 2 bis Faktor 10. Eine Studie des Helmholtz Zentrums München zeigt nun, dass die Wahrheit in der unteren Mitte liegt, zumindest bei Kindern zwischen vier und zehn Jahren. So fanden die Forscher heraus, dass während der zweiten Corona-Welle drei- bis viermal mehr Kinder dieser Altersgruppe in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert waren, als über PCR-Tests gemeldet. In der ersten Welle lag die Dunkelziffer noch höher, nämlich beim sechsfachen, wie der erste Teil der Studie ergab.

Über Antikörper-Tests zur Dunkelziffer

Die Ergebnisse basieren auf Antikörpertests, die bei Kindern im Vorschul- und Schulalter im Rahmen eines Diabetes-Screenings durchgeführt wurden. In den Blutproben fanden die Forscher dann „nebenbei“ auch Antikörper gegen SARS-CoV-2. „Dass die Häufigkeit der Infektion bei Kindern höher ist, als durch die PCR-basierte Virusüberwachung gemeldet, ist wahrscheinlich zum Teil auf asymptomatische Fälle im Kindesalter zurückzuführen, kommentiert Erstautor Markus Hippich das Ergebnis.

Die Untersuchungen geben nicht nur Aufschluss über die Dunkelziffer, sondern zeigen auch, dass in der zweiten Welle deutlich mehr Kinder mit dem Coronavirus infiziert waren als in der ersten. Während in der ersten Welle von April bis Juli 0,87 Prozent der untersuchten Kinder SARS-CoV-2-Antikörper aufwiesen, waren es in der zweiten Welle von Oktober bis Februar 7 Prozent.

 

In der zweiten Welle hat es auch mehr Kinder erwischt

Den starken Anstieg der SARS-CoV-2-Infektionen während der zweiten Welle führen die Forscher auf eine Kombination verschiedener Ereignisse zurück. Dazu gehören eine allgemein höhere Virusexposition im Herbst und Winter, Schulöffnungen und neue, infektiösere Virusvarianten. Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler erklärt: „Oft wird angenommen, dass Kinder eine geringere Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion haben als Erwachsene. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass sowohl Kinder im Vorschul- als auch im Schulalter für eine SARS-CoV-2-Infektion empfänglich sind.“

Dass sich auch Kinder mit dem Coronavirus infizieren, ist nicht wirklich neu. Interessant ist allerdings, dass die Antikörper über mehrere Monate nachweisbar waren: 66 Kinder gaben nachträglich eine Blutprobe ab. Bei 64 dieser Kinder fanden die Forscher drei Monate später immer noch Antikörper-Titer im Blut. Die Forscher gehen davon aus, dass dies weniger das Ergebnis einer erneuten Infektion ist „als vielmehr der natürliche Verlauf nach einer Corona-Infektion.“

Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
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