Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Corona-Impfung verdrängt offenbar andere Impfungen

Dienstag, 26. Oktober 2021 – Autor:
Deutschland erlebt gerade seine größte Impfkampagne. Andere Impfungen werden dagegen vernachlässigt. Einbrüche von bis zu 30 Prozent werden etwa bei den Impfungen gegen Masern, Mumps, Hepatitis und HPV verzeichnet.
Die Impfkampagne läuft, führt aber an anderer Stelle zu Impfmüdigkeit

Die Impfkampagne läuft, führt aber an anderer Stelle zu Impfmüdigkeit – Foto: © Adobe Stock/ dream@do

Die Pandemie macht’s möglich: 110 Millionen Mal wurden seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland die Ärmel hochgekrempelt. Die hohe Impfbereitschaft in Sachen Corona-Impfung geht jedoch offenbar auf Kosten anderer Impfungen. Laut Pharmafakten, eine Initiative von 15 Unternehmen aus der Arzneimittel-Branche, soll die Zahl der Standardimpfungen im ersten Halbjahr 2021um knapp ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sein. Grundlage für die Berechnungen bilden Abrechnungsdaten der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

Größter Rückgang bei Pneumokokken-Impfung

Mit einem Minus von 57 Prozent war der Rückgang bei den Pneumokokken-Impfstoffen demnach am größten. Die Impfung schützt vor bakterieller Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung, die durch Pneumokokken ausgelöst werden. Die Pneumokokken-Impfung wird von der STIKO für Menschen ab 60 Jahren und chronisch Kranke empfohlen.

 

Nur die Grippeimpfung legte zu

Aber auch gegen die klassischen Kinderkrankheiten wurde offenbar weniger geimpft. Die Zahl der abgerechneten Impfdosen gegen Masern und Mumps ging laut Bericht um 30 Prozent zurück. Gleiches gilt für Hepatitis, HPV und Meningokokken. Nur eine Impfung legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu: Die Grippeimpfung verzeichnet ein Plus von sechs Prozent.

Experten befürchten nun neue Impflücken in der Bevölkerung und eine Zunahme der Krankheitslast an anderer Stelle. So könnte es etwa wieder zu größeren Masernausbrüchen kommen. Hinzukommt, dass einige Impfungen wie etwa die Hepatitis- oder die HPV-Impfung erst langfristig Effekte zeigen.

Hauptkategorien: Corona , Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Impfungen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Plötzlicher Herzstillstand: Für zufällig Anwesende oder Angehörige ist das selbst eine Extremsituation. Aus Aufregung oder aus Angst davor, etwas falsch zu machen, wird oft gar nichts gemacht. Dabei kommt es hier wirklich auf Minuten an – und durch entschlossenes Handeln kann man Leben retten. Eine App der Deutschen Herzstiftung begleitet Laien dabei, im Herznotfall richtig zu reagieren.


Sie gehört zu den heftigsten Schmerzerfahrungen, die Menschen machen können. Schauplatz der Attacken ist das besonders stark mit Nerven versorgte und deshalb besonders empfindliche Gesicht. Frauen trifft es häufiger als Männer, meist beginnt die Schmerzkrankheit ab einem Alter von 40: die Trigeminusneuralgie.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin