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Corona-Aerosole: Funktioneller Kaugummi soll Ansteckungsgefahr senken

Dienstag, 23. November 2021 – Autor:
Corona-Tests, Masken, Abstand: Mit diesen Maßnahmen versucht man, die Ansteckungsgefahr bei Covid-19 in den Griff zu bekommen. Ein Münchner Unternehmen hat eine weitere entwickelt: einen antiseptischen Kaugummi. Er soll Mund- und Nasenraum desinfizieren und so die Viruslast in der Atemluft und damit das Übertragungsrisiko durch Aerosole senken.
Frau sitzt im Büro vorm Laptop, auf dem Schreibtisch eine Schachtel und ein Döschen mit Anti-Corona-Kaugummis.

Desinfizierende Kaugummis aus einer Komposition ätherischer Öle sollen helfen, den potenziell ansteckenden Ausatemnebel von Coronavirusträgern weniger gefährlich zu machen. – Foto: Clevergum GmbH/Prostock-studio

Ausatmen, Husten, Niesen: Das neuartige Coronavirus verbreitet sich hauptsächlich durch virushaltige Aerosole, die Infizierte ausstoßen – und (noch) Gesunde einatmen. Wie gefährlich das Virus am Ende für den frisch Angesteckten wird, hängt auch von der Virusmenge ab, die er im Moment der Übertragung aufgenommen hat. Corona-Masken sind die am meisten verbreitete Requisite, um diese Gefahr möglichst klein zu halten. Ein Münchner Unternehmen hat jetzt ein weiteres einfach zu handhabendes Medizinprodukt für den Corona-Alltag entwickelt: einen funktionellen Kaugummi, der bei Infizierten – wie bei Menschen, die sich gesund glauben – die Viruslast in der Ausatemluft deutlich reduzieren soll.

Anti-Covid-Kaugummi: Einfaches Präventionsmittel

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde der neue Anti-Corona-Kaugummi am „Institut für Klinische Forschung Pneumologie Frankfurt“ getestet. „Die Testergebnisse zeigen, dass die Verwendung von Covidgum zusätzlich zu anderen Schutzmaßnahmen eine wichtige präventive Rolle zur Verringerung der viralen Übertragung von Covid-19 spielen kann“, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers Clevergum GmbH. Der Kaugummi auf Basis von natürlichen, ätherischen Ölen und Extrakten mit antiseptischer Wirkung könne die Viruslast von Sars-CoV-2 in der Ausatemluft um bis zu 99 Prozent reduzieren. Damit sinke auch das Risiko einer Übertragung beziehungsweise Ansteckung.

 

Wirkung hält angeblich zwei Stunden an

In der Pilotstudie mit Covid-positiven Patienten wurde unter kontrollierten Bedingungen die Ausatemluft 15 Minuten vor und nach Kauen von Covidgum über einen Zeitraum von drei Stunden hinsichtlich der Sars-CoV-2 -Viruslast untersucht. „Diese sank bei allen Patienten signifikant um über 90 Prozent nach Anwendung von Covidgum“, sagt der Hersteller über die Ergebnisse. „Die Abnahme der Viruslast in der Atemluft hielt circa zwei Stunden an.“

Wie der Anti-Corona-Kaugummi funktioniert

Die Wirkung des Covidgum beruht nach Angaben des Herstellers auf dem Zusammenspiel einer Mischung natürlicher, ätherischer Öle, die aus verschiedenen Heilpflanzen gewonnen werden, deren antivirale Wirkungen wissenschaftlich belegt sind. Beim Kauen werden diese Stoffe freigesetzt. Durch die Kaubewegung verbinden sich diese in der Mundhöhle mit dem durch die Kaubewegung vermehrt freigesetzten Speichel. Auf diese Weise entsteht Clevergum zufolge eine antiseptische Mundspüllösung, die die gesamte Mundhöhle und den Rachenraum benetzen und desinfizieren soll. „Somit kann durch eine topisch desinfizierende Wirkung auch eine Reduktion der Sars-COV-2-Viruslast bewirkt werden“, heißt es bei dem Unternehmen weiter.

Hintergrund: Leistungssteigernde Kaugummis für Profisportler

Hinter dem Münchner Unternehmen Clevergum steht nach eigenen Angaben eine Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und Unternehmern, die eigentlich funktionale Kaugummis für die Steigerung der mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit bei Profisportlern entwickelt.

Weiteres Präventionsmittel: Rotalgen-Spray für die Nase

Der Anti-Corona-Kaugummi soll nach Angaben des Herstellers in der Apotheke erhältlich sein. Als ein weiteres alltagstaugliches natürliches Präparat zur Senkung der Ansteckungsgefahr gilt Nasenspray aus Rotalgen. Der Wirkstoff in diesem Fall heißt „Iota-Carragelose“. Er stammt aus der in küstennahen Meeresgewässern wachsenden Rotalge. Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg sprechen hier von einer 80-prozentigen Risikoreduktion. Dem dortigen Klinikpersonal auf Covid-19-Stationen wird das Spray bereits seit Dezember 2020 offiziell als Schutzmaßnahme empfohlen. Das Präparat gibt es auch als Lösung zum Inhalieren und außerdem in Form von Lutschpastillen.

Hauptkategorie: Corona
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