Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

COPD: Reha reduziert Krankheitsschübe

Viele Menschen mit der chronischen Lungenerkrankung COPD leiden unter schweren Krankheitsschüben mit Husten und Atemnot. Eine ambulante Reha kann diese reduzieren.
Atemnot

COPD kann sich in Husten, Auswurf, Atemnot und Brustenge äußern

Das belegt zumindest eine Studie, die in DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift erschien. Die COPD ist in Deutschland eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Betroffen sind meist aktive oder ehemalige Raucher. Sie erkranken zunächst an einer chronischen Bronchitis („Raucherhusten“). Im weiteren Verlauf kommt es aufgrund der geschädigten Lungenbläschen zu einer Überblähung des Atemorgans.

Im fortgeschrittenen Stadium verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Patienten häufig innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Diese als Exazerbationen bezeichneten Krankheitsschübe, die auch von Auswurf und Brustenge begleitet sein können, führen häufig zu Krankenhausaufenthalten und schränken die Lebensqualität der Betroffenen immer weiter ein.

COPD: Reha reduziert Krankheitsschübe

Am St. Remigius Krankenhaus Opladen wird seit 2013 ein ambulantes Reha-Programm für COPD-Patienten getestet. Die Erfahrungen seien positiv, berichten Dr. Marc Spielmanns und Dr. Andrea Meier in der Fachzeitschrift. Dabei wurden 30 COPD-Patienten, die die Reha erhielten mit 32 Patienten verglichen, die nicht daran teilnahmen.

Ergebnis: Bei den Reha-Patienten ging die Zahl der Krankheitsschübe von durchschnittlich 2,67 pro Jahr auf 0,57 pro Jahr danach zurück. In der Kontrollgruppe besserte sich der Krankheitsverlauf nicht.

 

Mehrmals wöchentlich Lauf- und Krafttraining

Der Reha-Verlauf: Zwei Wochen nach dem Überwinden der Atemkrise und einer Eingangsdiagnostik beginnen die Patienten mehrmals wöchentlich auf einem Laufband oder Fahrradergometer zu trainieren. Dazu kommen ein Krafttraining mit Schwerpunkt auf der Atemmuskulatur sowie Inhalationen und Wärmetherapie.

Ergänzt wird das körperliche Training durch eine psychologische Betreuung und eine Ernährungsberatung. In einer speziellen Krankheitsschulung lernen die Patienten besser mit ihrer COPD und den dadurch bedingten Einschränkungen umzugehen.

Arbeitssituation und soziales Umfeld betrachtet

Gleichzeitig überprüfen Ärzte die verordneten Medikamente und passen sie Arzneimittel gegebenenfalls an. Bei Bedarf erhalten die Patienten eine sozialmedizinische Beratung, die ihre Arbeitssituation und ihr soziales Umfeld beleuchtet. Zudem können sie an einem Nikotin-Entwöhnungsprogramm teilnehmen.

In der Nachhaltigkeit der Therapiemaßnahmen sehen die Mediziner jedoch noch Verbesserungspotenzial: Die gesteigerte Leistungsfähigkeit, die die Patienten am Ende der Reha erreicht hatten, war nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar. Daher könnte ein Erhaltungsprogramm nach der Reha sinnvoll sein.

Foto: nandyphotos/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: COPD
 

Weitere Nachrichten zum Thema COPD

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.


Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin