Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.06.2015

COPD: Forscher nehmen Immunsystem ins Visier

Alter und Rauchen gelten als Hauptverursacher der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch die Immunantwort bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielt. Forscher gehen diesen Hinweisen nun nach.
COPD: Immunantwort könnte zu neuen Therapieansätzen führen

COPD: Immunantwort könnte zu neuen Therapieansätzen führen

Raucher erkranken besonders häufig an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Aber auch das Alter scheint die Lungenerkrankung zu begünstigen. Bei der COPD führen entzündliche Prozesse im Lungengewebe zu einer starken Schleim-Produktion, Reizhusten und zum Verlust von Lungenbläschen, die somit nicht mehr für den Gasaustausch zur Verfügung stehen. Über die molekularen Ursachen der Volkskrankheit COPD weiß man bislang aber nur wenig. Diese Lücke wollen Forscher des Comprehensive Pneumology Center (CPC) am Helmholtz Zentrum München schließen.

Entzündliche Prozesse im Lungengewebe führen zu COPD

In Experimenten konnten sie zum einen zeigen, dass altersbedingte entzündliche Veränderungen die Entwicklung einer COPD beschleunigen. Zum anderen konnten sie eine gesteigerte Aktivierung und Empfindlichkeit des Immunsystems dingfest machen, da sich in der Lunge von COPD-Patienten offenbar eine deutlich erhöhte die Anzahl an Immunzellen findet.

„Es ist anerkannt, dass sowohl Alterung als auch Zigarettenrauch die Entwicklung einer COPD begünstigen. Die Mechanismen, die dazu führen sind allerdings völlig unklar“, erklärt Studienleiter Yildirim. „Wir konnten erstmals zeigen, dass die Immunantwort, vor allem bei gealterten Lungen, einen essentiellen Beitrag bei der Ausbildung der Erkrankung spielt. Dies gibt uns neue Richtungen für die Entwicklung innovativer Therapieansätze.“

 

Bis zu fünf Millionen Menschen betroffen

Für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) gibt es bis heute kaum eine geeignete kausale Therapie. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland drei bis fünf Millionen Menschen von einer COPD betroffen sind. Die Studie der Helmholtz-Forscher wurde im Fachjournal Oncotarget veröffentlicht.

Foto: © psdesign1

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Lunge , COPD , Immunsystem
 

Weitere Nachrichten zum Thema COPD

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Manche Experten erwarten, dass vom Klimawandel eine noch größere Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung ausgehen könnte als von der Corona-Pandemie. Obwohl der Klimawandel seine Dramatik noch längst nicht voll entfaltet hat, sind seine Auswirkungen bereits messbar. Eine aktuelle Studie zeigt: Schon jetzt ist jeder Vierte über 65 bei Sommerhitze krankenhausreif – Tendenz steigend.


Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin