. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

COPD: Dreifachtherapie wirkt besser als Zweifachtherapie

Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) profitieren von einer Dreifachtherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS), langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und langwirksame Muscarinrezeptor-Antagonisten (LAMA). Im Vergleich zu einer Zweifachkombination verringerte sich in einer großen Studie die Zahl an akuten Verschlechterungen deutlich.
COPD, Dreifachtherapie

Eine Dreierkombination aus Wirkstoffen kann COPD-Patienten Vorteile bringen

Seit einiger Zeit ist Bewegung in die Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gekommen. Studien zeigen, dass COPD-Patienten mit einer Vorgeschichte von Exazerbationen von einer Dreifach-Kombination der Wirkstoffe LAMA, LABA und ICS in einem Inhalator profitieren können. Während die Bronchodilatation durch einen Muskarin-Antagonisten (LAMA) und einen Beta-2-Agonisten (LABA) erfolgt, wirkt das inhalative Kortikosteroid (ICS) entzündungshemmend.

Die randomisierte und doppel-blinde Phase-III-Studie ETHOS (Efficacy and Safety of Triple Therapy in Obstructive Lung Disease), deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden, bestätigt, dass die Dreifachkombination von Wirkstoffen besser wirkt als die sonst oft übliche Zweifachkombination. Das teilt der Lungeninformationsdient mit.

ICS, LABA und LAMA in Kombination geprüft

An der Studie nahmen über 8.000 Menschen mit mittelschwerer bis sehr schwerer COPD teil. Die getestete Dreifachkombination bestand aus dem inhalierbaren Cortison-Präparat Budesonide (in zwei verschiedenen Dosen), einem LAMA-Präparat (Glycopyrrolat) und Formoterol (LABA). Die beiden getesteten Doppeltherapien enthielten LAMA und LABA (Glycopyrrolat und Formoterol) beziehungsweise ein Cortisonpräparat und LABA (Budesonide und Formoterol).  

Es zeigte sich, dass die Dreifachtherapie die Zahl der jährlichen Exazerbationen im Vergleich zur Zweifachtherapie signifikant verringern konnte. Auch die Lebensqualität der Studienteilnehmer verbesserte sich.

 

Weniger Verschlechterungen und geringere Sterblichkeit unter Dreifachtherapie

In der Gruppe, die die Dreifachtherapie mit höherer Cortisondosis erhielt, senkte die Behandlung zudem die Gesamtsterblichkeit gegenüber einer der getesteten Doppeltherapien. Unerwünschte Nebenwirkungen traten nach Aussage der Autoren in allen Behandlungsgruppen ähnlich oft auf. Jedoch erkrankten Personen die eine Therapie mit Cortisonpräparat erhielten häufiger an einer Lungenentzündung (3,5 bis 4,5 Prozent) als jene, die nur eine Kombination aus LAMA und LABA erhielten (2,3 Prozent).

Das Fazit der Autoren: COPD-Patienten können von einer Dreifachtherapie aus Cortisonspray, LAMA und LABA verglichen mit einer Therapie aus nur zwei Wirkstoffen profitieren. Die Zulassung der Dreifachtherapie aus Budesonid, Glycopyrronium und Formoterol in der EU und den USA wird derzeit geprüft.

Foto: © Adobe Stock/RFBSIP

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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