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10.02.2019

Computerspiele: Wie steht es um die Gesundheit der Gamer?

Viele Gamer betreiben neben den Computerspielen auch noch „richtigen“ Sport. Doch häufig ist dies nicht ausreichend. Daher könnten für eSportler gezielte Präventionskonzepte, die auf Bewegung, Ernährung und Regeneration zielen, sinnvoll sein, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.
Computerspiele, Gamer, eSport

Gamer beschäftigen sich häufig über 20 Stunden pro Woche mit Computerspielen

Ist der klassische Gamer wirklich übergewichtig, unsportlich und ungebildet? „Diese Klischees sind längst überholt“, erklärt Prof. Dr. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln. Bei einer Befragung von rund 1.200 eSportlerinnen und eSportler unterschiedlicher Leistungsstufen zeigte sich, dass die Mehrheit jung, schulisch gebildet und sportlich aktiv ist. Dennoch birgt der gesundheitliche Zustand und die Fitness der Gamer noch viel Verbesserungspotenzial.

Nicht alle Gamer sind unsportlich

Das ermutigende Ergebnis der eSport Studie, die von der Deutschen Sporthochschule Köln gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg durchgeführt wurde: Rund 84 Prozent der befragten Gamer betreiben zusätzlich zu ihrem eSport-Engagement klassischen Sport. „Allerdings reicht das Sporttreiben noch nicht aus, denn nur knapp die Hälfte der Befragten erreicht das empfohlene Mindestmaß von 2,5 Stunden Bewegung in der Woche. Hier ist also noch Luft nach oben“, erklärt Froböse. Auch Übergewicht ist bei vielen eSportlern zu finden.  

 

Ausgleichstraining wichtig

Froböse hält spezielle Ausdauertrainings für notwendig und ein Ausgleichstraining für die besonders beanspruchte Muskulatur in Schulter, Ellenbogen und Hand. Zudem sollten die Gamer die Rumpfmuskulatur gezielt stärken. Doch viele eSportler verbringen möglichst viel ihrer Freizeit vor PC und Spielkonsole - und zwar 20 Stunden und mehr pro Woche, wie die Befragung ergab.

Hierin sieht auch Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, ein Risiko. Die ausgedehnten Sessions bringen zwangsläufig längere Sitzzeiten mit sich, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken und nicht immer durch Sport kompensiert werden können.

eSportler können ihre Leistungsfähigkeit testen

„Uns ist es wichtig, dies frühzeitig aufzuzeigen und zielgruppenspezifische Präventionsangebote für eSportlerinnen und eSportler aller Leistungsklassen zu entwickeln“, so Buchwitz. „Als Gesundheitskasse ist es unser Ziel, eSport, der von Millionen von Menschen betrieben wird, und Gesundheitsförderung in Einklang zu bringen.“

Als Grundlage dient der im Rahmen der Studie entwickelte eSport-Leistungstest, der eine ganzheitliche Analyse der benötigten Fähigkeiten erfolgreicher eSportler ermöglicht. Getestet werden dabei unter anderem Reaktionsschnelligkeit, Wahrnehmung sowie körperliche Fitness. Die Ergebnisse liefern die Basis für die Entwicklung gezielter Trainingskonzepte, die an den klassischen Sport angelehnt sind. Ziel ist es, neben der Spielstärke auch die Gesundheit der eSportler zu verbessern.

Foto: © Guntar Feldmann - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Prävention und Reha
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