. Chronische Darmentzündungen

Colitis Ulcerosa: Operation kann Leben verlängern

Eine Colitis Ulcerosa kann bei schweren Verläufen lebensbedrohlich werden. Eine rechtzeitige Operation kann dann das Sterblichkeitsrisiko senken, vor allem bei Patienten über 50 Jahren. Das hat eine Studie aus den USA nun nachgewiesen.
Operation bei Colitis Ulcerosa kann Leben retten

Etwa 170.000 Bundesbürger leiden an Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist eine chronische Darmentzündung, die sich vom Mastdarm ausgehend auf den gesamten Dickdarm ausbreiten kann. Sie verläuft fast immer in Schüben. Mit entzündungshemmenden Medikamenten kann sie oft in Schach gehalten werden, doch an Möglichkeiten, sie zu heilen, wird bislang noch geforscht. Bei schweren Fällen können auch Operationen notwendig sein, allerdings sind Notfalloperationen bei Colitis Ulcerosa mit einem nicht unerheblichen Sterberisiko verbunden.  

Zu Notfalloperationen kann es vor allem kommen, wenn ein Schub durch Medikamente nicht mehr beherrschbar ist oder schwere Blutungen oder Darmperforationen auftreten. Patienten stehen immer wieder vor der Frage, ob sie eine Operation in Erwägung ziehen sollten, bevor es so weit kommt. Forscher von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia haben nun untersucht, ob eine nicht notfallmäßige Kolektomie (Entfernung des Dickdarms) das Sterblichkeitsrisiko besser senken kann als eine medikamentöse Behandlung.

Signifikanter Unterschied bei älteren Patienten

Anhand der Daten von über 8000 Patienten haben die Wissenschaftler um Meenakshi Bewtra die Überlebenschancen von Patienten verglichen, die sich entweder für eine elektive Operation oder eine medikamentöse Weiterbehandlung entschieden hatten. Die Informationen hatten die Forscher aus Abrechnungsdaten zweier US-Versicherungsunternehmen gewonnen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie kürzlich im Fachmagazin Annals of Internal Medicine.

Von den untersuchten Patienten hatten sich 830 für eine Operation entschieden, 7541 erhielten nur eine medikamentöse Therapie. Zwar war in beiden Gruppen die Mortalität gering, aber der Unterschied war dennoch signifikant. So starben in der Operationsgruppe 3,4 Prozent der Patienten, in der Medikamentengruppe jedoch 5,4 Prozent. Dieser Unterschied zeigte sich allerdings nur bei den über 50-Jährigen mit fortgeschrittener Colitis Ulcerosa.

Operation kann Symptome von Colitis Ulcerosa lindern

Einschränkend muss gesagt werden, dass es sich bei der Analyse „nur“ um eine retrospektive Kohortenstudie handelt, die für Verzerrungen anfällig ist. Dennoch liefert sie Hinweise darauf, dass ein frühzeitiges Nachdenken über eine Operation bei Colitis Ulcerosa sinnvoll sein kann. Studienleiterin Bewtra betont zudem, eine rechtzeitige Operation könne den Patienten schwere Symptome der Erkrankung ersparen.

Eine Colitis Ulcerosa zeigt sich durch starke krampfartige Bauchschmerzen sowie schwere, zum Teil blutige Durchfälle. Auch können Gewichtsverlust, Erschöpfung und Blutarmut auftreten. Im Gegensatz zu Morbus Crohn bleibt die Colitis Ulcerosa normalerweise auf den Dickdarm beschränkt. Allerdings kann sie in seltenen Fällen auch Symptome außerhalb des Darms, beispielsweise in Form von Gelenkbeschwerden, auslösen.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Darmerkrankungen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Anlässlich des internationalen Tages der Gehörlosen machen Gehörlosen-Verbände auf die Situation der bundesweit ca. 80.000 gehörlosen Menschen aufmerksam und werben zudem für das Erlernen der Gebärdensprache, um Betroffenen mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Hoher Blutdruck ist ein Männerproblem, niedriger Blutdruck eins der Frauen: Das klingt nach Klischee – und trifft im Grundsatz trotzdem zu. Im Alter ziehen die Frauen aber an den Männern vorbei. Der Risikofaktor hat aber nichts mit Bewegungsmangel oder ungesunder Ernährung zu tun.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.