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Chronische Schmerzen - oft nicht ernst genommen

Rund 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Chronischen Schmerzen. Dennoch ist die Versorgungssituation der Patienten oft mangelhaft. Experten raten Betroffenen, spezielle Schmerzmediziner aufzusuchen – allerdings gibt es davon in Deutschland nicht genug.

12 Millionen Menschen leiden unter chronischen Schmerzen

Akute Schmerzen kennt jeder. Meist verschwinden sie jedoch wieder, wenn die Ursache des Schmerzes beseitigt ist. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn der Schmerz länger als 12 Wochen anhält oder über diesen Zeitraum regelmäßig wiederkehrt. Der chronische Schmerz hat seine Funktion als Warnsignal verloren und lässt häufig keinen Zusammenhang mehr mit den ursprünglichen Ursachen erkennen. Chronische Schmerzen gelten – anders als akute Schmerzen – nicht als Symptom, sondern als eigenständiges Krankheitsbild.

Häufig entwickelt sich bei den Betroffenen ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Dabei werden die Nervenzellen durch die ständigen Schmerzreize überempfindlich und reagieren irgendwann auf kleinste, selbst harmlose Reize mit Schmerzsignalen. Deshalb ist es so wichtig, akute Schmerzen angemessen und vor allem rechtzeitig zu behandeln.

Chronische Schmerzen: 64 Prozent haben jeden Tag Schmerzen

Zehn bis zwanzig Prozent der Bundesbürger, also etwa 12 Millionen Menschen, leiden Schätzungen zufolge unter chronischen Schmerzen. Damit zählen chronische Schmerzen zu den größten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Jährlich verursachen sie Kosten in Höhe von 38 Milliarden Euro – allein 28 Milliarden aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und Berentung.

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Betroffenen in vielerlei Hinsicht: psychisch, physisch und sozial (beispielsweise durch sozialen Rückzug oder Isolierung). Am häufigsten vertreten sind chronische Rückenschmerzen, gefolgt von Gelenk-, Kopf- und Nackenschmerzen. 64 Prozent der Patienten berichten, dass sie jeden Tag unter Schmerzen leiden.

 

Schmerz-Patienten fühlen sich oft nicht ernst genommen

Daher ist es für die Betroffenen besonders problematisch, dass sie sich mit ihren Beschwerden häufig nicht ernst genommen fühlen. In einer Umfrage gaben 40 Prozent der Patienten an, dass ihr Arzt ihre Schmerzen nicht als echtes Problem ansah. Vielen Menschen ist nicht klar, dass Schmerzen wie kaum eine andere Erkrankung die körperliche und seelische Lebensqualität beeinflussen und jede Freude am Leben nehmen können. Nicht selten wünschen sich Betroffene sogar den Tod, weil sie die Schmerzen nicht mehr aushalten können.

Besonders erschreckend ist, dass die Patienten oft keine angemessene Therapie erhalten. Dabei würden sich die Beschwerden durch eine konsequente Behandlung häufig vermeiden oder zumindest verringern lassen. Doch 48 Prozent der Allgemeinmediziner erklären, nicht sicher zu sein, was sie tun sollen, wenn ein Patient über längere Zeit über Schmerzen klagt. Experten raten daher Betroffenen, einen ausgebildeten Schmerzmediziner oder ein Schmerzzentrum aufzusuchen. Allerdings fehlen in Deutschland Schätzungen zufolge Tausende solcher speziell ausgebildeten Ärzte.

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Hauptkategorie: Medizin
 

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