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Charité verteidigt Forschungsförderung durch Coca-Cola

Drittmittel gehören zur Forschung wie das Amen in der Kirche. Nun greift Foodwatch die Charité dafür an, dass Coca Cola eine Studie zur Frauengesundheit finanziell unterstützt hat. Das Universitätsklinikum weist die Vorwürfe jedoch zurück.
Charité verteidigt Forschungsförderung durch Coca-Cola

Coca Cola hat eine Studie der Charité finanziert. Foodwatch findet das geschmacklos. Die Charité bestreitet eine Einflussnahme des Limonadenkonzerns

Die Kampagne von Foodwatch „Keine Kooperation mit Coca Cola“ wäre vielleicht im Sande verlaufen, wenn nicht das ZDF-Magazin Frontal 21 am Dienstag darüber berichtet hätte. Nach Recherchen von Foodwatch soll der Limonadenkonzern seit 2010 allein in Deutschland mehr als sieben Millionen Euro in Gesundheitsprojekte gesteckt haben. Davon ist offenbar auch eine Million an das Charité Institut für Geschlechterforschung (GiM) in der Medizin geflossen. Mit dem Geld wurde hauptsächlich eine Studie zur Herzgesundheit von Frauen (Berliner Frauen Risikoevaluation) finanziert. Das hat die Charité mittlerweile bestätigt.

Foodwatch kritisiert Kontakt zur „Limo-Lobby“

Drittmittel sind in der Wissenschaft Gang und Gäbe. Foodwatch findet den Kontakt zur „Limo-Lobby“ allerdings vollkommen inakzeptabel. Es sei naiv zu glauben, dass gerade Coca-Cola, der Weltmarktführer für Zuckergetränke, ein geeigneter Partner für Gesundheitsprogramme und für Gesundheitsinitiativen sei, kritisierte Oliver Huizinga von Foodwatch vor laufender Kamera. Zuckerhaltige Getränke seien mitverantwortlich für Übergewicht und Diabetes Typ 2 und damit auch für Herzerkrankungen. „Coca-Cola möchte sich ausschließlich reinwaschen und die Charité muss aus unserer Sicht diese inakzeptable Kooperation sofort beenden“, erklärte Huizinga dem ZDF-Magazin.

Am Donnerstag hat sich die Charité dazu nun schriftlich geäußert. Coca-Cola habe zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die Studie geltend gemacht und die Kontrolle habe allein bei den Wissenschaftlern um Prof. Vera Regitz-Zagrosek gelegen, teilt das Universitätsklinikum mit. Außerdem sei Ernährung bei der Studie kein Fokusthema gewesen, sondern nur ein Aspekt unter vielen. „Es ging in der Studie darum, neue Erkenntnisse über Herz-Kreislauf-Erkrankungen und relevante Risikofaktoren bei Frauen zu gewinnen“, so die Charité wörtlich. Gendermedizin sei in Deutschland ein vergleichsweise junger Forschungsbereich und „diese Daten gab es zuvor in Deutschland nicht.“

 

Kooperation mit Coca Cola beendet

Dass die Kooperation mit Coca Cola längst beendet ist und die Charité keine Fortsetzung plant, konnten die Zuschauer bereits am Dienstag in der Sendung erfahren. Was unklar blieb: Die Kampagne "Hör auf Dein Herz" mit dem Partner Coca-Cola light hat mit der Charité nichts zu tun. Vera Regitz-Zagrosek, die das Charité Institut für Geschlechterforschung leitet, verleiht der Kampagne von Coca Cola zwar ein seriöses Gesicht. Doch sie tritt auf der Internetseite als Expertin der Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Medizin e.V. auf. Der Verein wurde von Regitz-Zagrosek mit gegründet ist nach Klinikangaben von der Charité „gänzlich unabhängig.“

Foto: Coca Cola Deutschland

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