Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Charité und Vivantes testen Proben jetzt auch auf Mutationen

Donnerstag, 14. Januar 2021 – Autor:
An der Charité und den Vivantes-Kliniken werden SARS-CoV-2-positive Proben ab sofort zusätzlich auf die beiden Mutationen aus England und Südafrika getestet. Beide Virusvarianten gelten als ansteckender.
Wie verbreitet ist die englische und südafrikanische Virusvariante in Berlin? Charité und Vivantes untersuchen jetzt systematisch positive Patientenproben auf die beiden Mutationen

Wie verbreitet ist die englische und südafrikanische Virusvariante in Berlin? Charité und Vivantes untersuchen jetzt systematisch positive Patientenproben auf die beiden Mutationen – Foto: ©luchschenF - stock.adobe.com

Die Charité und die Vivantes-Kliniken lassen Proben mit positivem SARS-CoV-2-Nachweis zusätzlich auf die englische und südafrikanische Virusvariante prüfen. Damit wollen die Kliniken einen Überblick schaffen, inwieweit die beiden Virusmutanten in Berlin verbreitet sind. Daraus kann abgeleitet werden, ob sich die mutierten Viren im Vergleich zu anderen Viren schneller verbreiten, wie internationale Daten vermuten lassen.

Betroffene, die an der Charité oder einer Vivantesklinik jetzt positiv auf Corona getestet werden, erfahren das Ergebnis der Mutationsanalyse aber nicht. Ihnen wird lediglich mitgeteilt, dass sie SARS-CoV-2 positiv sind.

Die zusätzlichen Analysen werden in Kürze vom gemeinsamen „Labor Berlin“ durchgeführt, im Moment erfolgen sie noch im Institut für Virologie der Charité.

PCR weist auch Mutationen nach

Um zu bestimmen, ob es sich um die englische oder südafrikanische Virusvariante handelt, werden verschiedene Analysen per PCR (Polymerase-Kettenreaktion) hintereinandergeschaltet. Der erste PCR-Test prüft, ob die Probe bestimmte Abschnitte des Erbguts von SARS-CoV-2 enthält. Er gibt Aufschluss darüber, ob die getestete Person infiziert ist oder nicht. Positive Proben werden anschließend mittels einer weiteren PCR daraufhin überprüft, ob sie die Mutation N501Y beherbergen. Diese sogenannte Markermutation tritt unter anderem in der englischen, südafrikanischen und brasilianischen Virusmutante auf. Um schließlich die einzelnen Mutanten zu unterscheiden, werden Proben, die die N501Y-Mutation aufweisen, auf zusätzliche Markermutationen hin untersucht.

Zur Qualitätskontrolle und für Forschungszwecke erfolgt zusätzlich eine Sequenzierung positiv getesteter Proben. Hierzu wird für ausgewählte positive Proben die Sequenz des Viruserbguts bestimmt, also das Erbmaterial Baustein für Baustein abgelesen. Die ermittelten Sequenzen werden in der Datenbank des Instituts für Virologie für die weitere Forschung zugänglich gemacht. Gleichzeitig werden die Sequenzen an das Robert Koch-Institut übermittelt und der internationalen Datenbank GISAID zur Verfügung gestellt.

 

Such nach weiteren Virusvarianten geplant

Künftig soll am Labor Berlin mittels Sequenzierung der Virusgenome nach weiteren Virusmutationen gesucht werden. Damit soll sichergestellt werden, dass auch andere Veränderungen des neuartigen Coronavirus frühzeitig entdeckt werden. Deutschland hat in diesem Punkt einiges nachzuholen. Während England 150.000 Sequenzierungen pro Woche durchführt, sind es in Deutschland in zehn Monaten Pandemie noch keine 1.000 gewesen.

Foto: © Adobe Stock/ luschenF

Hauptkategorien: Berlin , Corona , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Die Behandlung von COVID-19 stellt die Medizin vor riesige Herausforderungen. Der Lungenarzt und Infektiologe Prof. Dr. Norbert Suttorp von der Charité erklärt, was COVID-19 von anderen Lungenentzündungen unterscheidet und welche Therapieansätze Hoffnung machen. Eine Zusammenfassung unseres Podcasts.
 
Weitere Nachrichten


Über einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung verzichten: Das erleben viele als heilsam für Körper und Seele. Diabetikern vom Typ 1 wurde bisher oft davon abgeraten – aus Angst vor einer Entgleisung des Blutzuckerspiegels. Eine Studie der Uni Witten/Herdecke zeigt: Fasten geht hier besser als gedacht – und ist gut fürs Gewicht, den Body-Mass-Index (BMI) und den Umgang mit der Krankheit.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin