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Charité und DHZB vereinbaren „Universitäres Herzzentrum Berlin“

Die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin wollen künftig unter dem Dach eines „Universitären Herzzentrums Berlin“ noch enger zusammenarbeiten. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung wurde nun auch vom Aufsichtsrat der Charité unterzeichnet.
Charité und DHZB vereinbaren „Universitäres Herzzentrum Berlin“

Universitäres Herzzentrum Berlin im Wedding: Kooperationsvertrag zwischen Charité und DHZB ist unter Dach und Fach

Lange war es geplant, nun ist es besiegelt: In Berlin wird es ein „Universitäres Herzzentrum Berlin“ geben. Eine Grundsatzvereinbarung für die Kooperation von Charité und Deutschem Herzzentrum Berlin (DHZB) wurde am Donnerstag vom Aufsichtsrat der Charité unterzeichnet. Der Stiftungsrat des DHZB hatte bereits Anfang Juni grünes Licht gegeben. Nun steht einer Bündelung der Expertise in der Herzmedizin nichts mehr im Weg. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Charité ihre Herzchirurgie in Mitte langfristig aufgeben wird. Im Gegenzug wird es am DHZB bis auf die Kinderkardiologie keine bettenführende kardiologische Abteilung mehr geben. Dadurch wird es in den nächsten zwei Jahren zu einer Konzentration der Leistungen im Bereich der Kardiologie und Herzchirurgie kommen. Nukleus des Zentrums soll der Campus Virchow Klinikum im Wedding sein – dem Sitz des DHZB, wobei kardiologische Behandlungen weiterhin an allen drei Charité-Standorten erbracht werden sollen.

Herzspezialisten werden immer spezialisierter

Die beiden Einrichtungen erhoffen sich von der Kooperation in erster Linie Qualitätsverbesserungen für die Patienten. „In Deutschland gibt es - wie überall - gute Daten über die Volumen-Ergebnis-Beziehung, die dramatisch bessere Ergebnisse für größere Kliniken ausweisen“, sagte DHZB-Direktor Professor Volkmar Falk im Gespräch mit Gesundheitsstadt Berlin. Außerdem sei eine weitere Subspezialisierung der Herz-Kreislaufmediziner nur in großen Abteilungen möglich. Die Dimensionierung des Zentrums und die große Anzahl von behandelten Patienten seien ideale Voraussetzungen dafür.

Falk hat seit seinem Amtsantritt im Oktober bereits einige Spezialitäten am DHZB eingeführt, darunter die minimal invasive Herzchirurgie. In diesem Bereich hatte das renommierte Herzzentrum international etwas den Anschluss verloren. Zudem treibt der Herzchirurg die kathetergestützten Herzklappeneingriffe und begleitende wissenschaftliche Studien voran. Dinge, die für ein Universitäres Herzzentrum Berlin mit großen Ambitionen nur nützlich sein können. Schließlich streben Charité und DHZB nach eigenen Angaben eine „national und international führende Stellung“ des neuen Zentrums an.

Patienten mit schweren und seltenen Erkrankungen sollen profitieren

„Es entsteht ein einzigartiges Zentrum der universitären Spitzenmedizin“, erklärte der Ärztliche Direktor der Charité Professor Ulrich Frei nach der Vertragsunterzeichnung durch den Aufsichtsrat. Das universitäre Zentrum halte das gesamte Spektrum an kardiovaskulärer Diagnostik und Therapie, einschließlich der Herzmedizin für Kinder, mit den dafür erforderlichen Spezialisten vor. „Insbesondere für Patienten mit komplexen oder seltenen Herz-Kreislauferkrankungen und auch bei schweren Erkrankungsverläufen wird das Universitäre Herzzentrum Berlin eine deutliche überregionale Bedeutung einnehmen“, betonte Frei.

Spitzenplatz in der kardiovaskulären Forschung angestrebt

Nicht nur in der Krankenversorgung, auch in Forschung und Lehre soll das Universitäre Herzzentrum Berlin nach dem Willen seiner Betreiber künftig ganz vorne mitspielen. Es entstünden neue Optionen im Bereich der kardiovaskulären Forschung, hieß es. Die Professoren Volkmar Falk, Holger Gerhard, Ulf Landmesser und Burkert Pieske sind in diesem Rahmen bereits neu berufen worden. Daneben wird es an der Charité demnächst zwei neue Professuren im Bereich der regenerativen Medizin und der bildgestützten Therapie geben, beide mit kardiovaskulärem Schwerpunkt. Auch dass Charité und DHZB gemeinsam mit dem MDC die drei Berliner Player im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung sind, dürfte sich günstig auf das Outcome der kardiovaskulären Forschung auswirken.

„Mit dem Universitären Herzzentrum Berlin haben wir die Chance, uns im Spitzenbereich der international führenden Herz-Kreislaufzentren zu positionieren“, unterstrich Charité-Vorstand Professor Karl-Max-Einhäupl. Dies sei nicht nur für die beiden Einrichtungen, sondern auch für Berlin und seine Bürgerinnen und Bürger ein Gewinn.

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