. Größte Uniklinik Europas legt Bilanz für 2016 vor

Charité schreibt weiter schwarze Zahlen

Die Berliner Uniklinik Charité hat zum sechsten Mal in Folge einen Gewinn erzielt. Für das Jahr 2016 weist sie ein Plus von 3,8 Millionen Euro aus. Die Politik zeigt sich überzeugt.
Berliner Uniklinik macht Gewinne

Die Charité steht nach umfangreichen Investitionen auf einem solidem Finanzfundament.

„Die Charité hat im vergangenen Jahr ihre herausragende Bedeutung für unsere Stadt wieder eindrucksvoll belegt“, so der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), der seit Beginn seiner Amtszeit den Aufsichtsratsvorsitz für die Charité innehat. Das sei gelungen „unter doch schwierigen Rahmenbedingungen“, sagte Müller.

Besonders würdigte der Regierende Bürgermeister, dass es gelungen sei, im Zeit- und Kostenrahmen die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Campus Charité Mitte umzusetzen. Dort wurde nicht nur das Bettenhochhaus grundsaniert, sondern auch eine neue Rettungsstelle in Betrieb genommen. Müller bekannte sich zugleich ausdrücklich zur Investitionsförderung des Landes Berlin für die Charité. „Wir wissen als Land Berlin, dass wir in der Pflicht sind, die Charité investiv zu unterstützen“, sagte er.

Millionenschwere Investitionsprogramme fast abgeschlossen

Im Rahmen des Masterplans hat die größte Uniklinik Europas Investitionsprogramme mit einem Gesamtvolumen von rund 377 Millionen Euro für die Zeit von 2007 bis 2018 bereits jetzt fast abgeschlossen. Aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) erhält sie weitere 53 Millionen Euro für die Jahre 2015 bis 2019. Aus diesen Mitteln wird unter anderem die Stromversorgung an allen Standorten erneuert. Ein Drittel der geplanten Maßnahmen ist abgeschlossen. Aus dem Investitionspakt Hochschulbau fließen weitere 14 Millionen Euro für die Zeit 2015 bis 2017.

In ihrer Bilanz für das Jahr 2016 weist die Charité einen Überschuss von 3,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,389 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 10,4 Millionen Euro aus. Sie verweist auf eine nachhaltig positive Ergebnisentwicklung. Die stationären Leistungen haben nach Angaben der Klinikumsdirektorin Astrid Lurati um 2,7 Prozent zugenommen. Die Liquidität stieg von 100,2 im Jahr 2015 auf 131,8 Millionen Euro, und die Rückstellungen wurden von 390,5 auf 465,8 Millionen erhöht.

Mehr Drittmittel, mehr Patienten

Zuwächse von 2,7 Prozent gab es auch bei der Drittmitteleinwerbung. Mit 153, 4 Millionen Euro wurde 2016 nach Angaben von Charité-Dekan Professor Axel Radlach Pries ein neuer Höchststand erreicht. Insgesamt läuft die Fakultät aber defizitär. Sie wies ein Minus von 5,4 Millionen aus während im Bereich der Krankenversorgung ein Plus von 9,2 Millionen Euro erzielt wurde.

Der Zuwachs kommt zum Teil aus Preissteigerungen und zum anderen Teil aus Mengenzuwächsen. Denn die Charité hat trotz der Einschränkungen durch die Bauarbeiten am Campus Mitte deutlich mehr Patienten behandelt als im Vorjahr. Die ambulanten Fälle nahmen innerhalb eines Jahres von 663.442 auf 694.531 um 4,7 Prozent zu. Die Zahl der stationären Fälle stieg von 135.198 im Jahr 2015 auf 139.443 im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent. Hinzu kamen 7.255 teilstationäre Patienten. Das waren 6,4 Prozent mehr als 2015.

Foto: Charité

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