. Psychoonkologie

Charité-Projekt „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ ausgezeichnet

Das Projekt „Psychosoziale Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ an der Charité Berlin wurde am 18. Dezember mit dem Loni und Hans Faust-Preis 2012 ausgezeichnet. Der Preis würdigt herausragende Vorhaben in der psychoonkologischen Versorgung.
Charité-Projekt „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ ausgezeichnet

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, sind Kinder oft stark belastet

Im Oktober 2007 startete das Projekt „Psychosoziale Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters - Charité, Campus Virchow-Klinikum. Von Projektbeginn bis März 2012 wurden 273 Familien mit insgesamt 450 Kindern im Alter bis zu 21 Jahren von speziell ausgebildeten Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten beraten. Das „Kindzentrierte Familienangebot“ richtet sich an die ganze Familie. Im Mittelpunkt stehen aber die Sorgen und Nöte der Kinder, die aufgrund der elterlichen Krebserkrankung häufig sehr stark belastet sind. „In der Beratung werden die Kinder und Jugendlichen ermuntert Fragen zu stellen, die ihnen auf der Seele liegen“, sagte die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Dr. Peggy Dörr, die das Hilfsangebot von Beginn an durchführt. „Ebenso lernen sie ihre Sorgen und Nöte auszusprechen und bekommen altersgerechte Informationen, die wichtig für die persönliche Orientierung sind.“

Projekt schließt Lücke in der psychosozialen Versorgung

Das in Berlin einmalige Beratungsangebot wird mit dem Loni und Hans Faust-Preis 2012 ausgezeichnet, „weil es sich in einzigartiger Weise um die Belange von Kindern krebskranker Eltern kümmert und eine echte Lücke in der psychosozialen Versorgung schließt“, so Prof. Dr. Petra Feyer, stellvertretende Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft und Jurymitglied des Loni und Hans-Faust-Preises.

Peggy Dörr nahm die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. „Wir wissen, dass die elterliche Krebserkrankung für Kinder und Jugendliche ein höheres Risiko darstellt, in der Folge eine psychische Störung zu entwickeln“, sagte Peggy Dörr. „Diese Familien brauchen Unterstützung. Umso mehr freue ich mich, dass unsere Arbeit so große Anerkennung findet und mit dem Loni und Hans Faust-Preis ausgezeichnet wird.“

 

Loni und Hans-Faustpreis

Der Loni und Hans-Faustpreis wurde in diesem Jahr erstmals von der Loni und Hans-Faust-Stiftung vergeben. Die 2001 von Loni Faust gegründete Stiftung engagiert sich im Kampf gegen den Krebs – und kooperiert seit einem Jahr mit der Berliner Krebsgesellschaft. Im Rahmen dieser Kooperation haben Krebsexperten der Berliner Krebsgesellschaft das Ausschreibungsverfahren für den Loni und Hans-Faustpreis begleitet und den Preisträger ausgewählt.

„Die psychoonkologische Betreuung von Krebspatienten und ihren Angehörigen ist der Loni und Hans-Faust-Stiftung ein besonderes Anliegen, deswegen haben wir diesen Preis ins Leben gerufen“, betonte Rainer Thiele, Vorstandsvorsitzender der Loni und Hans-Faust-Stiftung. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der Berliner Krebsgesellschaft einen kompetenten Partner gefunden haben, der uns bei der Umsetzung unseres Anliegens mit seiner Fachexpertise unterstützt.“

Die Preisverleihung fand am Abend im Rahmen eines Festaktes anlässlich der Gründung der „Krebsstiftung Berlin“ am 18. Dezember 2012 statt. Mit der Gründung der „Krebsstiftung Berlin“ möchte die Berliner Krebsgesellschaft der Herausforderung Krebs noch wirkungsvoller begegnen.

Seit April 2012 wird das Projekt von der Berliner Krebsgesellschaft fortgeführt. 

Foto: DAK/Wigger

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Salzkonsum macht Bluthochdruck: Das gilt nicht für alle Patienten, aber für viele. Laut einer US-Studie gibt es neue Perpektiven für die Therapie dieser „salzssensitiven Hypertonie". Demnach wirken Alpha1-Rezeptor-Blocker gegen hohen Blutdruck nicht nur durch Entspannung der Gefäße; sie sorgen auch dafür, dass die Nieren weniger Salz zurückhalten und somit mehr davon über den Urin ausgeschieden wird.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.