. Magnetic Particle Imaging

Charité nimmt neues Bildgebungsverfahren „MPI“ in Betrieb

Seit Freitag ist ein neues Großgerät am Campus Virchow der Charité in Betrieb: Das Magnetic Particle Imaging (MPI) verspricht, Krankheiten schneller und eindeutiger zu erkennen. Vorerst wird es aber nur für Forschungszwecke genutzt.
Neues Großgerät Magnetic Particle Imaging MPI: Soll künftig Krankheiten auch bei diffusen Symptomen aufspüren

Neues Großgerät Magnetic Particle Imaging MPI an der Charité: Soll künftig Krankheiten auch bei diffusen Symptomen aufspüren

In Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka ist am Freitag an der Charité das Magnetic Particle Imaging MPI-Gerät eingeweiht worden. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Großgerät befindet sich noch in der experimentellen Erprobungsphase. Doch es verspricht schon jetzt eine kleine Revolution in der Diagnostik zu werden. „Vielleicht wird es schon in zehn Jahren möglich sein, gefährliche Arterienverengungen, Entzündungen, Degenerationen oder Tumore selbst bei diffusen Krankheitsbildern und Symptomen im Ganzkörperscan zu lokalisieren“, fasste Prof. Dr. Matthias Taupitz, Stellvertretender Direktor der Klinik für Radiologie am Campus Benjamin Franklin, die Potenziale des neuen Bildgebungsverfahrens zusammen.

Nanopartikel spüren zum Beispiel Tumore auf

Magnetic Particle Imaging ist eine neuartige Bildgebungstechnologie mittels magnetischer Messtechnik. Sie empfängt Signale von durch den menschlichen Körper wandernden Sonden: ungiftigen magnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln, die injiziert werden und im Blutkreislauf mitschwimmen. Weil diese magnetischen „Tracer“ auf ein eingestrahltes äußeres Magnetfeld reagieren, funken sie gewissermaßen ständig ihren Standort nach außen. Ihre relativ schwachen Signale werden vom MPI-Gerät hochgenau und in Echtzeit erfasst, sodass sich der Blutfluss wie in einem Film beobachten lässt. Stauen sich die Tracer an einem Engpass am Herzen oder reichern sie sich in einem Tumor an, dann haben die Radiologen einen Hinweis auf eine ernste Erkrankung.

Einsatzbereit für die Routinediagnostik ist das Magnetic Particle Imaging aber noch lange nicht. Das Verfahren muss technisch noch weiterentwickelt werden. Die vielleicht größte Herausforderung besteht darin, Eisenoxid-Nanopartikel zu entwickeln, deren magnetische Eigenschaften optimal auf die neue Bildgebungstechnik abgestimmt sind. Nur so lasse sich in Zukunft das volle Potenzial der MPI-Technik für die empfindliche Erkennung von Krankheiten nutzen, erklärte Taupitz.

Berlin und Hamburg erforschen das Magnetic Particle Imaging

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka betonte in ihrem Grußwort die Chancen des Vorhabens: „Wenn wir den menschlichen Körper besser verstehen, können wir auch eine wirkungsvollere Behandlung ermöglichen und den Patienten besser helfen.“

Die Charité ist nach dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die zweite klinische Einrichtung Deutschlands, die mit dem innovativen Großgerät forscht. Kooperationspartnerin ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Die DFG fördert die anwendungsorientierte Forschung im Rahmen der Großgeräteinitiative mit rund vier Millionen Euro.

Foto: Lutz Trahms, Johanna Wanka, Eva Braun, Steffen Krach, Matthias Taupitz (v.l.). ©PTB, Marvin Rust

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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